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BLOG vom 04.12.2009


Pitbull tötete Kind: Meine Hundeliebe ist sehr begrenzt
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Am Montagmorgen, 30.11.2009, wurde der 4-jährige John-Paul Massey in Liverpool von einem benachbarten Pitbull überfallen und zu Tode gebissen. Die Nachbarschaft hatte sich zuvor über eine angebliche Hundezucht in einem nahen Reihenhaus beklagt; doch die Polizei liess die Klage links liegen. Wäre sie eingeschritten, würde das arme Kind wohl noch leben. Immer wieder kommt es vor, dass vornewegs Pitbull-Hunde und ihresgleichen Jung und Alt anfallen und grässlich verletzen oder zu Tode beissen. Diese muskulösen Biester mit scharfem Gebiss bedürfen strengster Kontrolle und ein starkes Gehege, abseits des Publikums.
 
Auf dem Car-Boot-Markt in Wimbledon begegne ich immer wieder Hundehaltern, meistens jüngere stiernackige Kerle, die sich solche gefährliche Hunde als Statussymbol angeschafft haben und sie zur Schau stellen. Auf diesem Ramschmarkt sind immer viele Kleinkinder zugegen, in der Obhut ihrer Eltern zwar, die sich der Gefahr solcher Hunde aber kaum bewusst sind.
 
In England und gewiss auch anderswo gibt es viele Hundenarren, die ihre Tiere vergöttern und masslos verwöhnen. Die Pflege eines Hunds ist oft viel aufwändiger als die eines Kinds. Die Hundeverwöhnung erstreckt sich vom Hundefutter, dem tierärztlichem Unterhalt und regelmässiger Behandlung im Hundesalon bis zu all dem sonstigen Drum und Dran.
 
Heute werden die Hundehalter gebüsst, wenn sie den Kot ihrer Köter auf der Strasse liegen lassen. Mit Plastikhandschuhen entfernen die Halter geflissentlich, wie es sich gehört, den Dreck und stecken ihn in einen Plastikbeutel. Ich erinnere mich, dass ich in Brüssel fortwährend dem Hundedreck ausweichen musste. In Stadtpärken sind heute Hunde an der Leine zu halten. Diese Grünflächen gehören den Kindern als Spielplätze, abseits des gefährlichen Strassenverkehrs. Der Hundekot ist voller Krankheitserreger. Die Kinder sind davon am meisten gefährdet.
 
Mein Verhältnis zu Hunden ist eher distanziert. Gewiss finde ich sie oft drollig, besonders wenn sie schwanzwedelnd Beachtung erheischen, und ich stelle immer wieder fest, wie oft sie ihren Besitzern gleichen. Deshalb lasse ich sie da und dort in meinen Blogs auftreten. Aber dass sie mich mit ihren langen lappigen Zungen belecken, das verhindere ich. Mir graust vor dem Gedanken, dass ein Hund auf meiner Bettdecke schlafen könnte. Das hat nichts mit mangelnder Tierliebe zu tun, sondern viel mit Hygiene.
 
Nicht zuletzt habe ich wenig Neigung, einen Hund bei allem Hundewetter spazieren zu führen, damit er an jedem Baumstamm schnüffelt und sie aus seinem Reservoir berieselt. Zur Frage: Hund oder Katze? ziehe ich persönlich Katzen vor, solange sie keine Vögel erwischen.
 
Ich verstehe, dass Hunde bellen, gerade jetzt, nachdem sie dieses Blog gelesen haben …
 
Doch der arme 4-jährige Knabe, von einem Hund getötet, geht mir nicht aus dem Sinn und begrenzt meine Hundeliebe.
 
Hinweis auf weitere Blogs über Hunde
03.09.2006: Tiergeschichten (1): „Ja, als Hund taugt er nichts ...
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