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BLOG vom 21.07.2010


Die gequälten, enthornten vierbeinigen Diven in der Arena
Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin, Liestal BL/CH
 
Die 14 Freiburger Kühe, die am Basel Tattoo auftreten werden, würden mit „Ja“ antworten, wenn man sie fragte, ob sie sich schön finden, schrieb die „Basellandschaftliche Zeitung“ (bz) am 16.07.2010 über diese „vierbeinigen Diven“. Leider können Kühe nicht sprechen, nicht einmal „Ja“ oder „Nein“ sagen. Schade – denn ich glaube nicht, dass die Tiere, die auf der Foto zum Artikel zu sehen sind, ihre Schönheit bejahen würden. Sie haben nämlich allesamt keinen Kopfschmuck, das heisst keine Hörner mehr. Die wurden ihnen, als sie noch kleine Kälber waren, entfernt – durch Ausbrennen der sogenannten Hornknospen. Es war keine angenehme Prozedur, wie ein Landwirt im „Journal Franz Weber“ erzählte: „Die Tiere erlitten trotz lokaler Betäubung schwere Qualen.“
 
Der Hornschmuck unserer Milchlieferantinnen ist wichtig für ihr Sozialverhalten und für die Stärkung ihres Charakters. Angeblich um Verletzungen im Laufstall zu vermeiden, werden die Tiere in der modernen Agroindustrie durch Enthornung ihrer Würde beraubt. Sie können sich nicht darüber beklagen und tragen ihr trauriges Schicksal mit Ergebenheit. Ob die derart verstümmelten Tiere für die Zuschauer als Symbole der einheimischen Kultur wirken, ist fraglich. Die ausländischen Gäste werden sich wohl wundern über diese enthornten Trägerinnen alter Schweizer Tradition.
 
Daran ändert auch der „Ranz des vaches“ nichts, den ein Sänger am Tattoo zum Besten geben wird. Mit diesem Kuhreihen wurden in der guten alten Zeit die Kühe, als sie noch Hörner hatten, zum Melken in den Stall gerufen. Statt des pseudo-traditionellen Auftritts der gedemütigten Freiburgerinnen in Basel würde ich es jedenfalls lieber sehen, wenn diese Kühe mit stolz erhobenen, geschmückten Hörnern an einem Alpaufzug teilnehmen könnten.
 
Hinweis auf ein weitere Blogs über die Kuh-Enthornerei
27.09.2005: Tierschänder unterwegs: Kastrierer und Enthorner inklusive
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