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BLOG vom 29.09.2010


Steaks statt Ackerbau: Rinderwahnsinn ist an Tagesordnung
Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin, Liestal BL/CH
 
Die Klimaerwärmung und der dadurch gestörte globale Wasserhaushalt haben unter anderem Ursachen, von denen wenig gesprochen wird: Der ganze Wirtschaftszweig der Viehzucht ist auch ohne Rinderwahnsinn ein wahrer Wahnsinn. So verursachen vor allem die riesigen Rinderherden in Nord-, Süd- und Mittelamerika sowie in Afrika und Australien einen grossen Teil der Treibhausgase Methan, Kohlenstoffdioxid und Stickstoffoxide – angeblich mehr als dem gesamten Autoverkehr angelastet wird. Wissenschaftler schätzen, dass wegen der Emissionen von Rinderherden weltweit jedes Jahr 60 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre gelangen. Überdies wurden seit 1970 mehr als 20 Millionen Hektaren der feuchten Tropenwälder gerodet, um diese unverzichtbaren Wasserreservoire in Viehweiden umzuwandeln; dies teilte das Worldwatch Institute mit. Diese Flächen erodieren infolge Überweidung, und es kommt zu Wüstenbildungen, die zusätzlich zum Klimawandel und zum Wassermangel beitragen. Weitere Hektaren fielen und fallen dem Futtermittelanbau (genmanipulierte Soja und Mais) – also schliesslich wiederum der Fleischgewinnung – zum Opfer.
 
Auch der eigentliche Wasserverbrauch ist in der Viehwirtschaft enorm: Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch braucht es bis zu 15 000 l Wasser, auch wenn dieses Wasser irgendwie wieder in den Kreislauf kommt, versteht sich. Bis ein Mastrind um ein Pfund zunimmt, sind 1000 Liter Wasser nötig, schreibt der Soziologe, Ökonom und Publizist Jeremy Rifkin in seinem Buch „Das Imperium der Rinder“. Dieses kann in Trockengebieten zumindest der ansässigen Bevölkerung fehlen.
 
Jedenfalls wird infolge des steigenden Konsums tierischer Produkte weltweit immer mehr Wasser in der Landwirtschaft benötigt. Zur Produktion von etwa 500 g tierischen Proteins sei bis zu 15 Mal mehr Wasser nötig als für die gleiche Menge pflanzlichen Proteins, schreibt Rifkin in seinem Buch. Er spricht von einer modernen „Kolonisierung“ der einheimischen Bevölkerung in armen Regionen wie Mittel- und Südamerika oder Afrika, welchen man wertvolles Ackerbauland und Trinkwasser wegnimmt und für Viehweiden gebraucht, damit die privilegierten Reichen dieser Welt jeden Tag ihr Steak geniessen können.
 
Hinweis auf ein weiteres Blog zum Thema Rindermast
26.06.2010: Jeremy Rifkins Kritik an der Rinderkultur ist aktuell wie damals
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