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BLOG vom 30.01.2011


Redensarten zu Vernunftehe, Glück, Leben als Hühnerleiter
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Zu allen Lebenslagen gibt es viele Aphorismen, Zitate, Sprüche und Weisheiten. Einige davon werde ich hiermit bekannt geben und einige kommentieren.
 
Die Vernunft spricht leise
Von einem guten Bekannten erfuhr ich am 26.01.2011 diese Weisheiten:
 
„Die Vernunft spricht leise, deshalb wird sie so oft überhört.“
 
„In Widerspruch zur eigenen Vernunft zu leben, ist der unerträglichste aller Zustände.“
(Tolstoi)
 
„Fast nie kommt der Mensch aus Vernunft zur Vernunft.“
(Montesquieu, Gedanken, Varia)
 
Bei den vielen negativen Schlagzeilen in unserer Zeit sucht man verzweifelt die Vernunft, und die vernünftig sind, gelten als Aussenseiter oder „Spinner“. Hier der passende Spruch dazu von Voltaire:
 
„In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon wieder ein Irrsinn für sich.“
 
„Es gibt Leute, die meinen, alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut.“
(Lichtenberg)
 
Immer wieder höre ich den Spruch „Ich bin vernünftig! Deshalb mache ich dies oder jenes und lasse mich nicht auf dubiose Geschäfte ein.“
 
Aber die Wenigsten halten sich daran. Hier ein Zitat von Feuchtersleben (Aphorismen):
 
„Vernunft hat jeder, und wie wenig sind wir vernünftig!“
 
Vernunftheirat und Vernunftehe
Es gibt auch die allseits bekannten Bezeichnungen „Vernunftehe“ und „Vernunftheirat“. Eine Vernunftehe ist eine Ehe, die im Regelfall auf gegenseitiger Zuneigung und Interesse der beiden Ehepartner, jedoch nicht immer auf Verliebtheit, geschlossen wird. Lustgefühle und Sexualität stehen nicht im Vordergrund. Die Ehepaare wägen ab, ob eine sichere Basis für lebenslange Beziehung möglich ist. Es gab allerdings schon Fälle, wo die Paare im Laufe der Zeit Gefühle für einander entwickelten. Die Ehen könnten länger halten als die Blitzehen oder die Prominentenehen, die oft schon nach kurzer Zeit in die Brüche gehen.
 
Sogenannte Liebesheiraten sind vielfach mit übersteigerten Erwartungen verbunden. Auf Grund der falschen Vorstellungen kann dann keine glückliche Beziehung erwachsen. „Darüber hinaus verwechseln viele Paare ihrer Ansicht nach körperlicher Lust mit Liebe und heiraten deswegen überstürzt und aus falschen Gründen“ (zitiert nach Wikipedia). Immer wieder hört man nach einer gescheiterten Ehe: „Wir haben uns doch am Anfang so sehr geliebt!“
 
Marie von Ebner-Eschenbach sagte über die Vernunftehe dies:
 
„Eine Vernunftehe schliessen, heisst in den meisten Fällen, alle seine Vernunft zusammennehmen, um die wahnsinnigste Handlung zu begehen, die ein Mensch begehen kann.“
 
Theobald Nöthig schrieb über die Vernunftheirat das Folgende: „Vernunftheirat wird das genannt, und Schacher wird`s geschrieben.“
 
„Koalition: eine Vernunftheirat mit Flitterwochen in getrennten Schlafzimmern.“
(Jean Marivaux)
 
Es gibt auch Vernunftmenschen. Ein Vernunftmensch ist laut Duden ein solcher, der sich von der Vernunft, von vernunftgemässen Überlegungen, nicht von Gefühlen leiten lässt.
 
Wem das Glück hold ist
In meinen Unterlagen entdeckte ich einige Sprüche über das Glück:
 
„Man weiss selten, was Glück ist, aber man weiss, was Glück war.“
 
„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen. Denn das Glück ist immer da.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
 
„Denn das Glück, geliebt zu werden, ist das höchste Glück auf Erden.“
(Herder)
 
„Mehr Glück als Edle haben manchmal Niedere.“
(Helena in Euripides)
 
„Im Glück sei nicht übermütig, im Unglück nicht verzagt.“
(Kleobulus von Lindos, nach Diogenes Laertius)
 
„Glück und Regenbogen sieht man nicht über dem eigenen Haus, sondern nur über fremdem.“
(Sprichwort)
 
Immer wieder höre ich Episoden über Reiche und Superreiche, die Glück in geschäftlichen Dingen hatten, aber nicht im privaten Bereich, und in Wahrheit nie glücklich waren. Dazu das passende Zitat des Dichters Franz Dingelstedt in seiner selbst verfassten Grabinschrift:
 
„Er hat im Leben viel Glück gehabt, und ist doch niemals glücklich gewesen.“
 
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Aphorismen über das Glück von Emil Baschnonga, Schweizer Schriftsteller, Aphoristiker und Textatelier.com-Blogger, hier anfügen:
 
„Bedenke, wer ganz oben auf dem Glücksrad ist, dass es nach unten weist.“
 
„Sie baute ihr ganzes Glück auf ihn. Es erdrückte ihn.“
 
„Wer kein Schwein hat, muss die Trüffel selbst suchen.“
 
Wer also kein Glück hat, muss an sich arbeiten, um das kleine Glück zu finden. Das ist eher möglich als ein grosser Lottogewinn. Es gab ja in der Vergangenheit Leute, die ganz oben auf dem Glücksrad sassen (also einen Lottogewinn als Glück bezeichneten), und dann abstürzten. Schon nach kurzer Zeit hatten sie ihren Gewinn alleine oder mit Freunden, die plötzlich überall auftauchten, verjubelt. Es gab sogar Lottogewinner, die später Sozialhilfe beantragen mussten. Diese Sozialhilfeempfänger hatten dann keine Freunde mehr. Hatten diese Tipper Glück? Es war nur ein kurzes Glück. Ein Glück, das sich zu einem Unglück entwickelte.
 
Weitere Lebensweisheiten
Und hier noch einige Zitate und Lebensweisheiten, die ich auf einem Zettel in meinem Archiv entdeckte:
 
„Ein Holzwurm sprach zum andern, verzweifle nicht. Machs wie der Mensch, friss dich durchs Leben.“
 
„Das Leben ist wie eine Hühnerleiter, kurz und beschissen.“
 
„Ich wünsche jedem, der mich kennt, 10-mal so viel wie er mir gönnt.“
 
Ein alter Mann führt einen jungen Mann ans Fenster und lässt ihn auf die Strasse schauen, und fragt ihn: „Was siehst Du?“
Der junge Mann sagt: „Menschen.“
Dann führt er ihn an einen Spiegel und sagt: „Was siehst Du nun?“
Er antwortet: „Mich siehst Du!“
Antwort des alten Mannes: „Beides ist nur Glas, aber wenn etwas Silber dahinter ist, sieht man nur sich.“
 
In Gaststätten entdecke ich immer wieder Sprüche. Hier ist ein solcher, den ich kürzlich im Gasthaus „Blume“ in Wollbach, Kreis Lörrach, sah:
 
„Wein ist das Liebeslied der Erde an den Himmel.“
 
Der Wein ist in der Tat eine Köstlichkeit, die man nicht missen möchte. Wer keinen Wein trinkt, dem entgeht nicht nur paradiesische Tropfen (es gibt auch andere), sondern auch eine gehörige Portion Lebensfreude bzw. Lebenslust.
 
Internet
www.mentel-zetel.de (ca. 200 Aphorismen von Emil Baschnonga)
 
Hinweis auf weitere Aphorismen-Blogs und Lyrik von Emil Baschnonga
 
Hinweis auf Zitate, Sprüche und Weisheiten unter „Glanzpunkte“
Tief gesunken (Sprüche)
Zitate, Aphoriusmen, Sprichwörter                                                                       
 
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