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BLOG vom 02.02.2012


Vom Inhalt zur Form aufsteigen: Aphorismen zur Kunst
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
 
Das Privatleben eines Künstlers ist belanglos, solange es nicht sein Werk behindert.
 
Das Werk des Künstlers spricht für sich selbst und erübrigt seinen Kommentar.
 
Fehlt die Inspiration, begleitet ein Katzenjammer die Kunst.
 
Dem Erzähler genügt es, ein gewiegter Beobachter der Mitmenschen zu sein.
 
Nicht das Überhebliche – das Erhabene prägt die Kunst.
 
Die Meister der Künste brauchen keine Dolmetscher.
 
Hände weg, wem die Kunst nicht auf den Nägeln brennt.
 
Der Künstler geht seine eigenen Wege durch die Zeit – selbst gegen die Zeit.
 
Ein Künstler, der nicht träumt, ist keiner.
 
Der Künstler sieht die Welt auf seine Weise – immer wieder anders.
 
Kaum ist des Künstlers Werk vollbracht, vergisst er es und wendet sich einem neuen zu.
 
Die Kunst setzt ihre eigenen Massstäbe.
 
Zur Kunst gibt es keine Wegweiser. Eine Steigleiter genügt.
 
Aus dem Inhalt entsteht die Form.
 
Kunst wendet sich an Kenner. Ihre Zahl ist beschränkt, doch auserlesen.
 
Der wahre Künstler verbirgt sich im Werk. Und dennoch gibt er sich preis.
 
Die Rolle des Künstlers erfordert das Schnitzmesser, die des Kritikers das Schlitzmesser. Letzterer begeht damit meistens Schnitzer.
 
Gewohnte Dinge in ein neues Licht zu rücken, gehört mit zu den Aufgaben der Künstler.
 
Die Kleinmeister der Künste sind mir oft die liebsten.
 
Die beste Gesellschaft ist für den Künstler abträglich. Sie ist steril.
 
Künstler, die Moden folgen, vermodern rasch.
 
Mit der Hornhaut schützt sich der Künstler vor Kritikern, Nörglern und Besserwissern.
 
Der Fleiss und die Geduld eines Handwerkers ziemt dem Künstler.
 
Die Kunst bedarf keiner Opfergänger.
 
Für Verse geben die meisten Leute bloss Fersengeld.
 
Streitgespräche zwischen Künstler sind abträglich: Sie fressen Zeit und Energie.
 
Zum Glück gibt es in der Kunst keine Meisterschaften wie im Massensport.
 
Lässt den Leser rätseln und deuten, was der Autor meint.
 
Zu viele schöpferische Kräfte werden im Kind abgewürgt.
 
Die Frage: „Wie viel ist ein Gemälde wert?“ schändet das Wesen der Kunst.
 
Der künstlerische Ausdruck kann zugleich von Fernweh und Heimweh zeugen.
 
Zuviel Dekor schadet der Kunst.
 
Beim Betrachten eines Gemäldes sollten wir über den Rahmen hinweg denken.
 
Die Zeugnisse der Volkskunst sind so bedeutungsvoll wie die Aussagen des Volkmunds. Sie sind direkt und treffsicher.
 
 
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