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BLOG vom 26.02.2012


Südengland und Wimbledon Common: Wassermangel
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Diese Nachricht hat auch ausserhalb Grossbritannien in den Medien die Runde gemacht. Das Land der ausgiebigen Regenfälle, Südengland, trocknet allmählich aus.
 
Schon vor 2 oder 3 Jahren konnte ich die ausgetrockneten Teiche gegenüber im Wimbledon Common betreten. Finde ich dort Artefakte aus der Römerzeit? Schliesslich gibt es dort den kreisförmigen „Ceasar’s Well“. Dieser mit Steinen umfasste Quellenschacht hat jedoch nichts mit Julius Caesar zu tun. In den Stein ist die Inschrift „HW PEEK MP 1872“ gemeisselt. Dank ihm ist der Wimbledon Common mit seinen 900 Hektaren seit 1871 ein geschütztes Naturreservat. Die Quelle versiegte selbst im Trockenjahr 1976 nicht, als das Land ringsum verdorrt war und Wildfeuer loderten. Wenn nicht von den Römern, soll der Common doch schon in der Steinzeit besiedelt gewesen sein. So hielt ich nach Werkzeugen der Steinzeitmenschen Ausschau. Mit etwas Fantasie mag dieser und jener Steinbrocken einer Steinaxt gleichen. Ich sammelte einige viereckige Pflastersteine, die im Teich herumlagen als Beetumfassung für meinen Garten, auch etliche wohlgerundete Kieselsteine. Mein Raubzug blieb unentdeckt. Und kommt der Herbst, sammle ich dort Brombeeren.
 
Ganz in der Nähe ist bei der alten und kürzlich renovierten Mühle ein Getränkeausschank für durstige Wanderer eingerichtet. Reiter auf Pferden und Ponys reiten im Common auf den eigens für sie eingeräumten Trampelpfaden durch die Birken-Landschaft und die weitschweifige Heide. Im Wimbledon Common sollen 7 gesundheitsfördernde Lüfte wehen. Somit ist der Common auch eine Stadtlunge für London. Naturfreunde beobachten dort viele Arten von Vögeln. Auch die Libellen und Fledermäuse, die meinen Garten aufsuchen, kommen vom Common.
 
Der Hinweis, dass der Common eine riesige Aue auf einer Lehmschicht ist, bringt mich wieder zum Wasserthema. Die Experten meinen, es müsste monatelang regnen, damit sich die Reservoire füllen. Dabei wird vergessen, wie viel Wasser durch die immer wieder berstenden Wasserleitungen aus der viktorianischen Zeit vergeudet wird. Auch wird empfohlen, zu zweit die Badewanne zu beziehen, obschon Wilhelm Busch geraten hat: „Bade 2 in einer Wanne nicht“.
 
Viele der Pflanzen Büsche in meinem Garten sind genügsam. Der Gebrauch von Gartenschläuchen wird bald untersagt. Wozu soll ich die schwere Wasserkanne, einzig der wenigen Rosen wegen, schleppen? Auch brauche ich den Rasen, der einem Moosfeld gleicht, nicht zu mähen. Und kommt der Regen, belebt und erholt sich das Moos augenblicklich. Ich grinse heimlich auf den Stockzähnen … Hoffentlich regnet es nicht monatelang! Die Vögel erhalten bei uns täglich ihre Portion Wasser in der Schale serviert.
 
 
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