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BLOG vom 01.07.2012


Alte Kinderlieder und Kinderreime: Il était un petit navire
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Einige der Kinderlieder sind mir haften geblieben, wie dieses, das ich – als ich ein bisschen älter geworden war – auf der Blockflöte spielte:
Hänschen klein
Ging allein
In die weite Welt hinein.
Stock und Hut
Steht ihm gut,
Ist gar wohlgemut.
Doch die Mutter weinet sehr,
Hat ja nun kein Hänschen mehr!
„Wünsch dir Glück!“
Sagt ihr Blick,
„Kehr’ nur bald zurück!“
Ein anderes, das meine Mutter mir gesungen hatte, ist mir nur bruchstückhaft im Gedächtnis geblieben:
Jantze kwam, Jantze din Laterneman (mein Flämisch ist etwas wackelig) – Jantze machte allabendlich die Runde und steckte die Gaslaternen an – und das bedeutete Bettzeit für mich … Heute müssen die Kinder vom Fernseher weggezerrt werden.
 
Lily und „Cookie“ als einfühlsame ‚Ersatzgrossmutter’ (sie ist inzwischen 92 Jahre alt geworden und seit vielen Jahren als Pädagogin für benachteiligte Kinder in Mumbai tätig) haben diese Tradition für unsere Söhne aufrecht erhalten. Dazu einige Titelbeispiele:
 
Baa Baa Black Sheep
Humpty Dumpty
 
There was an old Lady who swallowed a fly – ein längerer amüsanter Text zum auswendig lernen. 
Il était un petit navire
 
Sur le pont d’Avignon – ein Tanzlied mit dem Kehrreim:
Sur le pont d’Avignon
L'on y danse, l'on y danse
Sur le pont d’Avignon
L'on y danse tous en rond.
*
Diese Lieder und Reime sind die Kulissen einer heilen Kinderwelt, erwecken die Fantasie im Kind und ebnen ihnen den Weg in die Sprache und zur Musik, wie die vielen Märchenbücher auch.
 
Hat sich diese Tradition verloren? Wenn ja, möchte ich den lieben Eltern raten: Holt diese oft herrlich illustrierten Kinderbücher aus dem Estrich und liest euren Lieblingen aus ihnen vor! Es ist für sie die bekömmlichste Bettlektüre. Nebst den Kindern werden sich auch die Eltern dabei ergötzen! Sie stärken die Bande zwischen Kindern, Mutter und Vater.
 
Hinweis auf weitere Blogs mit Bezug zu Kinderliedern
18.11.2006: Happy Pills: Prozac-Wunder und die unheile Kinderwelt
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