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BLOG vom 23.09.2012


Reaktionen auf Blogs (125): Überschäumendes zu Bier, Milch
Präsentation der Leserpost: Walter Hess, Publizist, Biberstein AG/CH (Textatelier.com)
 
Der mehr oder weniger anzutreffende weisse Schaum ist ihnen gemeinsam: der Milch und dem Bier. Dabei lohnt es sich immer, genauer hinzuschauen. Die Milch ist weitestgehend von einem Natur- zu einem Industrieprodukt verkommen; im Blog Rohmilch-Seminar: Wie ein Heilmittel zur Bedrohung wurde vom 03.09.2012 habe ich einige Hinweise darauf gegeben. Und auch Exportbiere scheinen hier und dort ihre Unschuld verloren zu haben.
 
Martin Eitel (E-Mail: M.Eitel@gmx.net) stimmte den Fragwürdigkeiten rund um die Kuhmilch zum menschlichen Gebrauch zu und lieferte einige Ergänzungen:
 
Richtig ist der Ausgangspunkt, dass Kuhmilch für den Kuhnachwuchs bestimmt ist. So betrachtet ist – nicht nur aus der Sicht von Dr. Georg Schnitzer – Kuhmilch für uns eine artfremde Ernährung. Das spricht in der Tat dafür, den Milchkonsum nicht zu übertreiben. Richtig ist aber auch der zweite Punkt, dass die industriemässig bearbeitete und haltbar gemachte Milch im Prinzip kein Lebensmittel mehr ist, sondern nur noch ein Energie- bzw. Kalorienlieferant. Durch die industriemässige Bearbeitung werden nicht nur gewisse Keime, sondern auch die wesentlichen und gesunden Inhaltsstoffe beseitigt. Völlig zutreffend ist schliesslich auch der Hinweis, dass vorrangig die Umstände der Tierhaltung und die Fütterung mit Industriefutter für eine hohe Belastung mit zum Teil neuartigen Keimen verantwortlich sind, die nun mit hohem Aufwand und negativen Auswirkungen auf die Milchqualität durch Erhitzung wieder beseitigt werden müssen.
 
Es ist eigentlich nicht überraschend, dass die industriemässig misshandelte Milch einer durch artfremde Nahrung degenerierten Kuh, insbesondere im Übermass konsumiert, gesundheitlich problematisch ist, selbst wenn von der Milchindustrie gesponserte sogenannte Wissenschaftler, auch als Mietmäuler bezeichnet, das genaue Gegenteil behaupten.
 
Martin Eitel
 
Steifmacher fürs Bier?
Aufgeschreckt durch eine Meldung aus dem sonst recht zuverlässig berichtenden Kopp-Verlag, der auch Hintergründe ausleuchtet, nahm sich Heinz Scholz des Bierschaums an. Braucht dieser eine Art Viagra, damit dieser seine Steifheit zelebrieren kann? Das Scholz-Blog vom 12.09.2012 (Rein: Deutsches Bier enthält keinerlei Schaumstabilisatoren) lieferte die Antwort.
 
Mein Bruder Rolf P. Hess, der mit seinem Talent für Sprachen täglich exakte Korrekturleistungen fürs Blogatelier leistet, lieferte einige persönliche Erinnerungen dazu:
 
Lieber Heinz,
 
mit Vergnügen habe ich Dein Bierblog gelesen, hier in Singapur, an einem Dienstag, spätabends, währenddem ich eine Tasse Fencheltee getrunken habe …
 
Dabei habe ich mich an ein sehr nettes und interessantes Treffen erinnert, das ich im Jahre 1979 in meinem damaligen Büro in Hong Kong mit dem Geschäftsführer der Firma Holsten führte. Wir waren seinerzeit die grössten Wein- und Spirituosen-Importeure. Leider mag ich mich nicht mehr an seinen Namen erinnern (meine PC-Akten gehen nur bis zum Jahr 1985 zurück). Dafür aber sind mir ein paar der Diskussionspunkte tief in Erinnerung geblieben. Hier ist, was ich damals gelernt habe:
 
Das Unternehmen Holsten hatte damals den grössten Export-Umsatz von allen deutschen Brauereien. (Dabei hatte ich zuvor noch nie von dieser Firma gehört!) Offenbar waren sie Marktführer im grossen Absatzgebiet von England.
 
Herr GM (ich nenne ihn nun so: Herr General Manager) erkannte sofort, dass er in Hong Kong nicht konkurrenzfähig sein konnte und erklärte mir mit deutscher Gründlichkeit, dass er mich nur besuche, weil wir einen Termin hatten … Seine Besuche in einigen Läden vor unserem Treffen hätten ganz klar gezeigt, dass es damals nicht vernünftig gewesen wäre, die Holsten-Biere in den kleinen Markt von Hong Kong zu exportieren. Man müsse eine Produktion vor Ort anpeilen, sagte er – und anfangs der 1990er-Jahre sah ich tatsächlich grosse Lieferwagen in der Stadt herumfahren – mit Holsten Bier aus einer Brauerei in Shenzhen, China, gleich über der Grenze von Hong Kong!
 
Herr GM erklärte mir damals, dass wir Schweizer ein Problem hätten: Das Schweizer Reinheitsgesetz verbiete die Zugabe von Konservierungsstoffen – dadurch konnten die Biere niemals per See verschifft werden. Sie wären bei Ankunft nach 6 Wochen oder so bereits verdorben gewesen.
 
In Deutschland aber seien die Brauereien besser dran: Das deutsche Reinheitsgesetz verbiete die Zugabe für alle Biere, die in Deutschland verkauft werden. Für Exporte jedoch treffe das nicht zu!!!
 
Und dann erwähnte er noch, dass in Holland und Dänemark solche Restriktionen nie existiert hätten und dass deshalb diese Biere den Weltmarkt so leicht erobert hätten.
 
Vielleicht hat sich das alles geändert. Wie gesagt: Es sind seither über 30 Jahre vergangen. Was ich Dir, Heinz, aber versichern kann, ist, dass ich seither nur lokale Biere getrunken habe. Ich trinke heute das bekannte Tsingtao Bier nur in China, deutsche Biere nur in Deutschland – in Singapur geniesse ich das Tiger Bier und in Cebu unser herrliches San Miguel. In einigen Märkten gibt es ganz spezielle Erlebnisse (ganz besonders in Amerika), da kann man in Mikrobrauereien Biere trinken, die an Ort und Stelle gebraut worden sind.
 
Vor etwa 20 Jahren besuchte ich Südafrika, etwas abseits, zwischen Johannesburg und Kapstadt. Vor dem Nachtessen fragte ich in einem exotischen Restaurant, in welchem eine grosse Vielfalt von Fleisch von praktisch allen lokalen Wildtieren angeboten wurde, welches Bier sie empfehlen. Zu meinem grossen Schock erwähnte die befragte Dame „Corona“ – ein Bier aus Mexiko, in Kalifornien aufbereitet und dann monatelang um die Welt transportiert! Ein Hit, weil die Marketingfirma damals die jungen Leute weltweit sehr erfolgreich motivierte, einen Zitronenschnitz in den Flaschenhals zu stecken – ähnlich, wie man einen Tequila trinkt. Dadurch schmeckt das schlechteste Bier noch erfrischend … Ich stellte dann eine weitere Frage: Welches Bier wird ganz in der Nähe von hier hergestellt? Wie es geschmeckt hat – daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber es muss recht frisch gewesen sein!
 
Und damit verabschiede ich mich für heute: Zum Wohl!
 
Rolf P. Hess
 
Offenbar unterliegen Exportprodukte hier und dort eigenen Gesetzen, so dass es angezeigt sein kann, die den naheliegenden Wurzeln zurückzukehren, damit nicht Hopfen und Malz verloren sind.
 
Korrumpierende Spenden für US-Präsidentschaftskandidaten
Die Millionenspenden, welche die US-Präsidentschaftskandidaten für die Finanzierung ihres Wahlkampfs entgegennehmen, gehören ins Kapitel legalisierte Korruption mit Schutzgeldcharakter (Blog vom 05.09.2012: „Obama-Stilbruch 33: Der total entzauberte US-Präsident“). Martin Eitel machte auf ein weiteres Detail zu einem Umweg aufmerksam, der kürzlich eingeweiht worden ist und die Interessenpolitik ausweitet:
 
Hinsichtlich der Wahlkampfspenden in den USA ist anzumerken, dass der US Supreme Court im Januar 2010 mit 5 gegen 4 Stimmen entschied, dass Firmen die Kandidaten für Präsidentschafts- und Kongresswahlen mit eigenen Anzeigenkampagnen finanziell unterstützen dürfen. Direkte Spenden sind ihnen und Gewerkschaften aber weiterhin nicht erlaubt.
 
 
Bad in der Ostsee
Gerd Bernardys Feuilleton über einen Ausflug zum Baden in der Ostsee (Blog vom 25.08.202: Familienausflug. Hurra, wir fahren zum Bad an die Ostsee!) fand Zustimmung. Jenny Hirsch (E-Mail: jennifer.hirsch79@gmx.de) schrieb aus dem Kreis Ostholstein:
 
Ich denke, diese Geschichte ist ganz nah an der Realität, wie uns Hamburger Freunde immer wieder berichten.
 
Wie schön, wenn man da wohnt, wo andere erst umständlich hinreisen müssen.
 
Grüsse aus Scharbeutz!
 
J. Hirsch
 
Der Name Scharbeutz soll etwas mit dem slawischen skorz = schnell, flink zu tun haben. Autobahnfahrten stehen dem entgegen. Das geht immer weniger auf die Schnelle.
 
„Weil wir Deutsch lieben“
Wenn Post aus Indien kommt, staune ich immer wieder, mit wie viel Enthusiasmus und welch offensichtlichem Erfolg dort die deutsche Sprache gelernt wird. So schrieb Fr. Shilpa Pandeshwar (E-Mail: shilps20062001@gmail.com) zum Blog vom 01.09.2012 („Deutsch für Ausländer: der europäische Referenzrahmen“), verfasst von ihrem Deutschlehrer Gerd Bernardy:
 
Wir lernen gerne Deutsch, weil wir die Sprache lieben. Deshalb haben wir damit auch viel Zeit verbracht.
 
Die Prüfung und die Prüfungsergebnisse sind wichtig, aber noch wichtiger ist das, was wir im Unterricht gelernt haben!
 
Grüsse aus Indien
Shilpa
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs“
12.08.2011: Reaktionen auf Blogs (111): Suchaktionen nach dem Verstehen
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