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BLOG vom 10.12.2014


Spams: Verführerischer Abfall, Plunder und kuriose E-Mails
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
 
Einer meiner Freunde erhielt kürzlich eine E-Mail mit Zahlungsaufforderung von über 300 Euro von der Telekom. Das kam ihm spanisch vor, zumal er ja einen Dauerauftrag für monatliche Dienstleistungen (Telefon, Internet usw.) mit Abbuchungsauftrag hat. Er tat das Richtige, indem er die Telekom anrief. Die wussten von nichts. Er wurde aufgefordert, ja nicht zu zahlen.
 
Auch ich erhielt eine Zahlungsaufforderung mit folgendem Text: „Ihr Kreditinstitut hat die Kontoabbuchung storniert. Sie haben eine nicht gedeckte Forderung bei Amazon AG. Namens unseren Mandanten ordnen wir Ihnen an, die offene Forderung sofort zu begleichen…“. Ich sandte diese E-Mail gleich an die Amazon AG.
 
Kürzlich erhielt ich von der Sparda-Bank ein E-Mail. Darin wurde geschrieben, dass mein Nutzerkonto eingeschränkt sei und man keine Online-Aktivitäten nachweisen könne. Aus Sicherheitsgründen solle ich hier tätig werden. Wenn nicht, werde das Benutzerkonto deaktiviert. Das können die Betrüger durchaus tun, da ich ja keine Online-Überweisungen tätige. Ein Banker sagte mir, eine Bank würde nie eine solche E-Mail versenden.
 
Vorsicht ist geboten, wenn Sie ein Angebot für günstige Kredite bekommen. So erhielt ich kürzlich von Finev LTD ein Kreditangebot von 3 % für ein Hypothekendarlehen und zur Agrar- und Projektfinanzierung.
 
Die Rentenversicherung warnte
Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg warnte am 01.12.2014 in einem Pressebericht ihre Versicherten und Rentner: Die Absender geben sich u. a. als Telefonanbieter aus. Im Anhang befinden sich eine Rechnung und Mahnung, die geöffnet werden solle. Ferner wurde in der E-Mail „als kostenlose Kontakttelefonnummer für Fragen und Hilfestellungen der Deutschen Rentenversicherung BW angegeben.“
Es handelte sich hier um Betrüger. Anhänge oder enthaltene Internet-Links sollen auf keinen Fall geöffnet werden, da Schadsoftware verbreitet werden soll.
 
Spamflut nimmt zu
Die Spamflut (Spam oder Junk = englisch für Abfall oder Plunder) nimmt immer mehr zu. Wie mir Prof. Dr. Dietrich Schwägerl von den Aktiven Ottobrunner Senioren (http://senotto.de) in einem E-Mail vom 03.12.2014 mitteilte, werden die Werbemethoden immer abgefeimter. Auch sind immer mehr gefälschte E-Mails im Umlauf.
 
Es gibt auch Verwechslungen mit dem Geschlecht. So erhielt eine Frau eine Infoschrift und ein Angebot per E-Mail über eine Penisverlängerung. Auch Viagra-Angebote für Frauen soll es schon gegeben haben...
 
Besonders raffiniert ist es, wenn unter dem Absender ein mir bekannter Name auftaucht. In Klammer ist später nach dem Öffnen eine E-Mail-Adresse sichtbar. So erhielt ich kürzlich eine Rechnung für eine Kunststoffberatung. Diesbezüglich waren die Absender wohl auf dem Holzweg. Eine solche Beratung habe ich nie erhalten.
 
Dazu Prof. Schwägerl: Weil leider auch Absenderadressen gefälscht werden können, hat der Empfänger auch keine Garantie dafür, dass eine Mail auch wirklich von der angegebenen Absenderadresse kommt. Desto wichtiger ist es, im privaten Mailverkehr die Betreffzeile kurz, aber prägnant so abzufassen, dass der Empfänger schon einen persönlichen Bezug herstellen kann.“
 
Er teilte mir ferner mit, dass seriöse Unternehmen in ihren Mails ohnehin nie die Angabe von sensiblen Daten wie Passwörtern (oder bei Banken: TANs) verlangen. „Das geschieht ausnahmslos nur auf der Internetseite des Unternehmens. Freilich bietet keines davon eine hundertprozentig Sicherheit, dass nicht doch ein Hacker eindringt und dort sein Unwesen treibt.“
 
Stellenangebot für Rentner
Kürzlich erhielt ich per E-Mail ein Stellenangebot für Rentner. Freie Stellen als Prüfer (Fotograf), die gerade frei wurden. Das Tätigkeitsfeld: Aufnahmen von kaputten Strassenschildern, Verkehrsschildern, kaputten Laternen u. a. öffentlichen Gegenständen. Die Mitarbeiter haben keine Ausgaben und benötigen keine besonderen Kenntnisse. Verdienst: 20 Euro/Stunde.
 
Auch diesmal öffnete ich den Anhang nicht. Wahrscheinlich wollten die Schreiber persönliche Daten und Bankdaten erkunden.
 
„Hallo Herr Scholz“, so lautete die Anschrift mit einem Angebot für eine Mastercard. „Der von Ihnen gestellte Antrag wurde genehmigt. Wir können Ihnen die Mastercard mit einem Limit bis zu 5000 Euro ausstellen.“ Ich hatte natürlich nie einen Antrag gestellt. Die können sich ihre Mastercard anderswo hinstecken.
 
Ich antwortete nicht
„Hi Heinz“, lautete die Anschrift einer Frau. Yvonne fragte, warum ich ihr nicht antwortete. „Ich habe Dir schon mehrere Nachrichten hinterlassen, aber noch nichts von Dir gehört. Hoffe, Du magst mich noch.“ Den Anhang öffnete ich nicht. Vor einiger Zeit war ich einmal zu neugierig, und ich öffnete den Anhang mit intimen Fotos. Zum Glück fing ich mir keinen „Trojaner“ ein.
 
In einer anderen E-Mail hat mich Lena von einem „Einladungsteam“ zu einer exklusiven VIP-Mitgliedschaft eingeladen. „Lena freut sich auf Deinen Besuch!“ Auch eine Sandra wurde aktiv, indem sie behauptete, ich hätte ihr eine Freundschaftsanfrage zugestellt. Ich pfiff den „Damen“ was und öffnete hier die Anhänge nicht.
 
Was Amazon antwortete
Sehr vorbildlich verhielt sich Amazon nach der Übersendung der oben erwähnten gefälschten E-Mail. Innert kurzer Zeit erhielt ich eine Antwort vom Kundenservice. Es wurde darauf hingewiesen, dass die E-Mail nicht von Amazon stamme. „Wir möchten Ihnen dringend davon abraten, auf E-Mails zu antworten, in denen Sie dazu aufgefordert werden, persönliche Informationen oder Zahlungsdaten mitzuteilen oder zu bestätigen, unbekannte Anhänge zu öffnen oder einem Link in der E-Mail zu folgen.“
 
Beruhigend erklärte Amazon, wenn man eine persönliche Information (z. B. das Passwort) nicht weitergegeben habe, dann „sollten Ihre Amazon-Kontoinformationen nicht gefährdet sein.“ Der Kundenservice wird die Angelegenheit genauer untersuchen.
 
Wie schütze ich mich?
In meinem Blog vom 06.02.2010 („Der Computer ausser Gefecht: Angriff der Computerviren“) gibt es Tipps, wie man sich schützen kann und was man beachten sollte.
 
Auf jeden Fall sollte man vorsichtig sein, keine unbekannten E-Mails oder Anhänge öffnen. Aber Vorsicht ist nicht nur im Internet angebracht, sondern auch bei dubiosen Telefonanrufen* oder beim Kauf von Waren über Ebay. So wurde kürzlich ein Fall von einem Familienvater bekannt, der über Ebay eine Playstation 4 für seinen Sohn kaufte. Er bezahlte 300 Euro, aber die Ware wurde nicht geliefert. Er hat nun einen Zeitungsaufruf am 05.12.2014 in der „Badischen Zeitung“ (Regionalausgabe Schopfheim) gestartet, um dem in Schopfheim D wohnenden Täter noch eine Chance zu geben, wenn er sich meldet und den Schaden behebt. Eine noble Geste des Betrogenen. Viele sind sich nicht bewusst, dass die Verkäufer keineswegs anonym bleiben und eine Anzeige riskieren. Und das kann dann für den Betrüger teuer werden!
 
Anhang
Verdächtiger Telefonanruf
*Ein älterer Mann erhielt einen Anruf von einer Frau, die sich als Staatsanwältin aus Frankfurt ausgab. Sie forderte den Mann auf, 5000 Euro zu zahlen, um ein Strafverfahren abzuwenden. Angeblich ging es um ein Preisausschreiben in der Türkei. Dann meldete sich etwas später ein angeblicher Rechtsanwalt und forderte ihn auf, zu zahlen. Das verunsicherte Opfer wollte das Geld überweisen. Zum Glück wurde ein Bankmitarbeiter misstrauisch und stoppte die Überweisung. Die Bank rettete das Geld des Seniors. Verdienstvoll!
 
Die Polizei warnt vor Abzockern am Telefon und rät, misstrauisch sein, wenn sich Fremde melden. Niemals Geld an unbekannte Personen überweisen, man solle sich nicht einschüchtern lassen und den Hörer auflegen. Verdächtige Anrufe soll man unter der Nummer 110 melden.
(Quelle: „Badische Zeitung“, Ausgabe vom 05.12.2014.)
 
Anmerkung: Auf Tweets weise ich immer auf solche Machenschaften hin. Es sollen ja viele Menschen gewarnt werden!
 
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