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BLOG vom 21.04.2005


Monster und Lichtblicke: Was alles in der Zeitung stand
Autor: Emil Baschnonga, London
 
Meistens überspringen meine Augen den Inhalt der Zeitungen in England, wo ich lebe, oder auch anderswo. Dieser Tage habe ich jedoch die Zeitung eingehender durchgeblättert, weil ich mich wunderte, warum schon die Montagausgabe so vollblätterig war. Was lässt sich aus dem Inhalt ableiten? Hier eine Auslese aus meiner Lektüre: 
 
 
(1) Einen Schreibtisch und Stuhl, so hoch wie ein Haus (30 Fuss), hat ein Italiener namens Neri verwirklicht. Er nennt sein Monstergebilde „Der Autor“. Das Foto beansprucht eine ganze Seite. Sein Werk wird demnächst im Londoner „Parliament Hill“ auf- und ausgestellt. Warum ausgerechnet in London? Weil die Engländer ein so enges Verhältnis zur Literatur haben. Das wusste ich nicht, und seine Wertschätzung freute mich. Wo ist der Goliath von einem Autor, der den leeren Sitzplatz ausfüllen könnte? Nun gibt es wohl genug Anwärter, deren aufgeblähtes Ego diesen Thron der Literatur beanspruchen möchte. Unter der riesigen Tischfläche bin ich wenigstens vor dem Regen geschützt, solange der Goliath seine Beine auf dem Tisch ausbreitet und keinen Riesenfurz von sich gibt.
 
(2) Alt und Jung hat am 26-Meilen-Marathon in London teilgenommen. Die 21-jährige Claire hat das Ziel rund 24 Stunden nach der Gewinnerin erreicht. Von beiden Kniegelenken abwärts trägt Claire Prothesen – ein Meningitis-Opfer. Diese bewundernswerte Ausdauer verdiente die Gewinner-Medaille!
 
(3) Noch ein Monstergebilde: Ein 50 Stockwerke hohes Wohnhaus – das höchste in England – wird trotz Einsprache in Vauxhall unweit des Londoner Waterloo-Bahnhofs gebaut. 2 Goliathe, John Prescott, Deputy Prime Minister, und Ken Livingstone, der Mayor von London, haben das Projekt gutgeheissen. Das Unding wird einen langen Schatten werfen. Die arme St. Pauls Kathedrale ist kaum mehr zu sehen, von derartigen Monsterstrukturen eingekesselt. Immerhin lässt das Riesenrad, ganz in der Nähe von Vauxhall, wenigstens Licht durch seine Speichen.
 
(4) Jetzt suche ich selbst in der Zeitung nach Lichtblicken. Hurra, ich habe einen gefunden! London hat die besten Restaurants in der Welt. Dies wurde von einem internationalen Expertenteam von 500 Meisterköchen offiziell bestätigt. Beeindruckt zähle ich nach: London nennt 14 Restaurants unter den 50 Weltklasse-Restaurants sein eigen, annähernd 3-mal so viel als Paris und New York. Somit ist bewiesen, dass London ein Schlemmerparadies ist. Leider kann ich mir keines leisten . . . Immerhin wurden meine Frau und ich zweimal in unserem Leben ins „Ivy“ eingeladen. Eine 3. Einladung ist überfällig. Ansonst müsste ich am Riesenpult (1) einen Bestseller schreiben. Und das ist für mich ein Marathon (2) zu viel.
 
(5) Wie steht es mit den 3 Top-Filmen gegenwärtig in London? Sind sie Lichtblicke oder gar Glanzpunkte. Sie heissen: „Bullet Boy“, „The Assassination of Richard Nixon“, „Downfall“ (von Hitler). Reinfälle nenne ich sie, wenigstens aus meiner Sicht.
 
(6) Diesmal ist mein Horoskop recht positiv, denn es ist mein Geburtsmonat. Also doch noch ein Lichtblick, sogar für mich und viele tausend andere auch. Für die restlichen 11 Monate lasse ich die Horoskope links liegen, da sie mich mies stimmen.
 
(7) Das trifft auch auf den Rest der vorgestrigen Nachrichten zu, beginnend mit der Titelseite: „Maniac guilty of killing 4“, und erstreckt sich durch viele andere Seiten: „Girl aged 15 raped at Prince’s Trust event“, „Man, 20, in court over murder at McDonald’s”, “Ex-policeman jailed for sex attacks over 20 years” usf.
Schlusspunkt!
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