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BLOG vom 14.05.2005


Die Schönheitschirurgie ist auf den Hund gekommen

Autor: Heinz Scholz

Sie haben einen Hund mit einem Hängebauch, verschrumpelten Lefzen und mit vielen Falten im Gesicht. Sie finden den Vierbeiner nicht mehr attraktiv genug. Kein Problem! Ein auf den Hund gekommener Schönheitschirurg kann wahre Wunder bewirken. Er wird eine Fettabsaugung und ein Lifting vornehmen, und Sie werden den Hund nicht mehr wiedererkennen. Er ist rank und schlank, und sein Gesicht ist glatt wie ein Kinderpopo. Sie werden vor Freude jauchzen, die Nachbarn werden den Hund dann mit anderen Augen anblicken, und so manche Hundedame wird ganz verrückt nach der verkörperten Schönheit werden . . .

Der geschilderte fiktive Fall ist in den USA längst Wirklichkeit geworden, wie die Nachrichtensendung „RTL Aktuell“ am 11. Mai 2005 berichtet hat. Im Land der Unmöglichkeiten boomt das Geschäft mit Schönheitsoperationen für Hunde. Eine Amerikanerin, die auch an sich die Falten ausbügeln liess, war Feuer und Flamme als sie ihren „verschönerten“ Hund vom Chirurgen zurückbekam. Sie war felsenfest überzeugt, ihr Hund würde sich auf das neue Aussehen freuen. Schliesslich hat sich Frauchen nach ihrem Gesichtslifting ebenfalls gefreut. Und Hunde sind auch nur Menschen . . .

Dann wurde in der Sendung noch über eine delikate Angelegenheit gesprochen. Ein Hundebesitzer liess an seinem kastrierten Hund künstliche Hoden einpflanzen. „Nun fühlt er sich wieder als ganzer Mann“, erklärte der „Hundefreund“ in voller Überzeugung. Im Bild wurde gezeigt, wie die Frau des Hundebesitzers den Hund auf die Hinterpfoten stellte und die Hoden lächelnd betrachtete. Vielleicht dachte sie in diesem Moment dasselbe wie ihr Mann.

Auch in Kanada werden Schönheitsoperationen und Botox-Spritzen für Hunde immer beliebter, wie „stern shortnews“ berichtete (www.shortnews.stern.de). Dort kommen insbesondere Wettkampfhunde unters Messer oder werden mit Botox-Spritzen traktiert. Der „Canadian Kennel Club“ weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Hunde disqualifiziert werden. Mitglieder des Clubs bezeichnen solche Eingriffe als „unnötig und übertrieben“.

Einigen Leuten, die ich diese Geschichte erzählte, konnten es kaum glauben. Etliche sprachen von einer Tierquälerei und von menschlichen Verrücktheiten. Lislott Pfaff stellte sogar fest: „Eine völlig fehlgeleitete Tierliebe, die weder mit dem Tier noch mit Liebe etwas zu tun hat. Wann wird dieses Elend endlich aufhören?“ Und Walter Hess schrieb mir per E-Mail: „Wenn sich Menschen verunstalten lassen, dann nehme ich an, dass dies einigermassen aus freiem Willen (unter Modediktat) geschieht. Die unschuldigen und intelligenteren Tiere aber sind nur Opfer menschlicher Verwirrungen. Sie müssten vor so viel Dummheit geschützt werden.“

Den Aussagen stimme ich völlig zu. Aber damit sind die Entgleisungen in Bezug auf Haustiere noch lange nicht zu Ende. In Amerika, und inzwischen auch bei uns, gibt es Boutiquen für Haustiere. Dort kaufen Leute alle möglichen Spielzeuge und Kleidungsstücke (auch Schuhe) für ihre Hunde, behängen sie mit Halskettchen, machen Schleifchen ins Haar, flechten Zöpfchen für ihre Schosshunde und geben ihnen sogar Kaviar in den Fressnapf.

Dies alles hat mit Tierliebe wirklich nichts mehr zu tun. Wir sollten die Tiere nicht vermenschlichen, sondern ihnen ein artgerechtes Zuhause geben, wo sie sich wirklich wohl fühlen und keine Skalpelle befürchten müssen.

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