Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     18. Januar 2018, 10:47 Uhr
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 
BLOGs nach Datum sortiert Alle BLOGS zum Zurückblättern
BLOG vom 28.05.2005


Alle Stände sind aufgehoben, nur der Notstand nicht

Autorin: Rita Lorenzetti

Heute möchte ich am liebsten auf den Putz hauen. Als ich mein Velo aus dem Ständer am Hauptbahnhof hole, liegt die Lampe am Boden. Schon wieder. Wieder ein Vandalenakt oder einfach zu enge Verhältnisse? Hab ich vielleicht auch schon einmal ein Nachbar-Velo verletzt?

Auf der Rückfahrt kann ich – wie üblich – nicht allen Glasscherben ausweichen. Zu gefährlich wären Schwenker. Zum Finale der nächtlichen, bis ins Morgengrauen dauernden Partys gehören immer die gläsernen Getränkeflaschen, die auf dem Heimweg zerschmettert werden. Und diese Scherben bescheren mir nun „en Platte“ (die Luft ist aus dem Reifen).

Zu Hause dann erwartet mich eine verärgerte Nachbarin und zeigt auf das Auto, das vor ihrer Haustür parkiert ist. Ungefragt werden immer wieder Autos in unserem privaten Hof abgestellt, wie wenn er ein Parkhaus wäre. Für meine Nachbarin eine grosse Aufregung. Ihr Mann ist schwer krank. Arzt und Therapeut werden erwartet und finden nun keinen Parkplatz.

Im Laufe des Tages lässt sich der Autobesitzer ausfindig machen. Gegen Abend holt er sein Gefährt hier ab. Er jammert, wie teuer eben die Kosten im Parkhaus nebenan gewesen wären.

Das alles ist nicht lustig und strapaziert die Toleranz. Jetzt erinnere ich mich gerade wieder an eine Aussage von Alfred Kirchmayr, die ich kürzlich im „Publik-Forum“ gelesen habe: „Alle Stände sind jetzt aufgehoben. Der Verstand, der Anstand, der Wohlstand. Es bleibt nur der Notstand.“

Ihre Meinung dazu?

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier