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BLOG vom: 10.06.2026

Gärten bieten Wohlbefinden und Gesundheit

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

„Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn es fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten ist: Zeit, Zuwendung und Raum.“ (Dieter Kienast)

„Gärten sind Orte, wo die Zeit stillsteht und das Herz Frieden findet.“
(Unbekannt)

„Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und kleine Blumen muss man auch haben.“
(Hans Christian Andersen)

 

 


Segelfalter
 

Viele Gärten sind heute verschwunden und durch „Schottergärten“ oder Grasflächen ersetzt worden. Aber es gibt noch prachtvolle Gärten, die liebevoll gepflegt werden. So auch der Garten von Klaus Böttger. Er ist BUND-Vorsitzender der Ortsgruppe Schopfheim. In seinem Garten ist viel zu entdecken wie Nisthilfen für Wildbienen, einen Baum, der nur bei ihm wächst und viele Blüten- und Wildpflanzen. Am Tag als ich ihn besuchte, entdeckte der Gartenbesitzer einen seltenen Schmetterling.

 


Hasenglöckchen
 


Aronstab
 
 


Tränendes Herz
 

Blüten- und Wildpflanzen
Wer den Garten in der Himmelreichstraße in Schopfheim betritt, wird von mehrstämmigen Bäumen der Gemeinen Hasel und der Rotblättrigen Hasel „begrüßt“. Dann geht es auf schmalen Wegen an vielen Blüten- und Wildpflanzen vorbei. So konnte ich den Salomonssiegel (vielblättrige Weißwurz), das Hasenglöckchen, die Flockenblume und die nach Knoblauch riechende Knoblauchsrauke (wirkt verdauungsfördernd und blutreinigend) sehen. Auch der Aronstab, der eine Fliegenkesselfalle darstellt (Giftpflanze des Jahres 2019), und die beliebte Zierpflanze, das Tränende Herz (Giftpflanze des Jahres 2017) sind im Garten vorhanden.

Klaus Böttger deutete auf einen 50 Jahre alten Pflaumenbaum hin, der mit Nistkästen und Vogelhäuschen behängt war. Aber nicht nur das, er zeigte dem Autor einen Baum, der sonst nicht in Schopfheim zu finden ist. Es ist ein Tamariskenbaum, der vor 30 Jahren als junges Pflänzchen aus Korsika mitgebracht wurde und zu einem stattlichen Baum heranwuchs.

 


Klaus Böttger bastelt eine Hummelnistbox
 

Seltener Schmetterling
Während des Besuches entdeckte Böttger einen seltenen Schmetterling, der sich an den Blüten des Flieders labte. Diese Rarität hat Böttger noch nie gesehen. Der Schmetterling, der als einer der schönsten Falter gilt, ist in Mitteleuropa selten und nur inselartig verbreitet. Laut der Umweltorganisation NABU liegt der Verbreitungsschwerpunt in den südlichen Ländern. „Von Frankreich und der Iberischen Halbinsel ostwärts ist die Art bis nach Asien verbreitet. Nach Norden hin kommt dieser Tagfalter bis circa zum 54. Breitengrad vor und ist somit auch in Deutschland anzutreffen; dort vor allem in warmen Habitaten.“

Zum Glück labte sich der Falter etwas länger an den Blüten, so dass ich mittels Tele ein Foto aufnehmen konnte.

Nistkästen für Wildbienen
Die zahlriechen Nistkästen für Wildbienen hat er gekauft, erweitert und optimiert. Da Vögel die Wildbienen-Nester gerne aufbrechen, hat er ein grobmaschiges Netz vor der Öffnung angebracht. Zurzeit bastelt er an einen Hummelbrutkasten.

„Die Wildbienen haben meine Nisthilfen angenommen. Das sieht man an den mit Lehm, Harz und Blattstücken verschlossenen und auch verlassenen Niströhrchen. Diese Verschlüsse deuten auf aktive Brutpflege hin“, erklärte Klaus Böttger.

Er bemerkte noch, dass man beim Kauf auf nicht zu kurze Niströhrchen achten sollte. Für die Wildbienen eignen sich 3-8 mm große Bohrlöcher. Er gibt allen Gartenliebhaber den Rat, unbedingt Nisthilfen oder Insektenhotels in Gärten anzubringen. Um Regen abzuhalten sollte man ein kleines Dach am Insektenhotel befestigen. Er empfiehlt auch die Aussaat von Wildblumen, da diese eine optimale Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und adere nützliche Insekten sind. Auch sollte man verschiedene Blühpflanzen mit unterschiedlichen Blühphasen aussähen, so dass die Insekten lange Zeit Nahrung finden.

Was bedeutet ein Garten?
Ein Garten hat für unseren Gartenliebhaber eine große Bedeutung. „Er ist Erholungsraum und Rückzugsort direkt vor der Haustür, liefert Gesundheit und Wohlbefinden, fördert die Artenvielfalt und ist ein Raum für Wildpflanzen, Gartenkräuter, Salat, Obst und Gemüse“, sagte der BUND-Vorsitzende. Bei der Besichtigung wird einem bewusst, mit welchem Einsatz die Gartenliebhaber ihre Gärten pflegen und gestalten.

 

Anmerkung: Für den regionalen Teil der „Badischen Zeitung“ habe ich den Auftrag erhalten, besondere Gärten der Region vorzustellen.

 

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