BLOG vom: 15.06.2008
Vogelgrippe und Stallpflicht: Grosser Leerlauf ist aufgeflogen
Autor: Walter Hess, Biberstein CH (Textatelier.com)
Während des gewaltigen medialen, wissenschaftlichen und behördlichen Vogelgrippe-Events rief ich im Blog vom 22.02.2006 zur Stallpflicht nicht etwa für Nutzgeflügel, sondern für weniger nützliche (WTO-)Beamte auf, welche die Pandemie-Werbetrommel aus Leibeskräften rührten. Ich schrieb damals, an die Vogelzug-Theorie und damit die Übertragung der Vogelgrippe von Wildvögeln auf Hausgeflügel möge ich nicht so recht glauben. Knapp 28 Monate später ist das bestätigt worden. Die aktuelle, stereotype Mainstream-Medienmitteilung vom 12.06.2008:
„,Zwischen wildlebenden Enten und gehaltenen Hühnern, Enten und anderem Hausgeflügel gibt es kaum direkte Kontakte.’ Das haben Wissenschaftler des Forschungsprogramms ,Constanze’ am Bodensee festgestellt. Dort debattieren derzeit rund 80 Forscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über die neuen Erkenntnisse. Bisher standen insbesondere Wasservögel im Verdacht, das auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus in Geflügelställe einzuschleppen.“
Man hätte seinerzeit nur ein paar versierte Ornithologen fragen müssen, wie es sie in jedem Vogelschutzverein gibt. Das wurde unterlassen.
Schon im Oktober 2005 war in Deutschland die Stallpflicht per Eilverordnung verfügt worden – und Verstösse wurden mit bis zu 25 000 Euro geahndet! Allein schon Viren-Vermutungen führten zu Massenschlachtungen – manchmal solche auf brutale Art. Auch das schweizerische Bundesamt für Gesundheit BAG lief während Monaten Sturm, verbreitete Angst und Panik, wie immer, wenn irgendwo ein Impfgeschäft ansteht. Der Bund bestellte 100 000 Dosen des Impfstoffs beim Hersteller Sanofi Pasteur. Und er erliess noch viel schärfere Vorschriften als die EU. Die Stallpflicht führte zu enormen Kosten für die Hühnerhalter und zu einer gesundheitlichen Schwächung der Tiere, die ein halbes Jahr lang nicht mehr ins Freie duften! Das betraf in Deutschland jene 11 % der Hühner, welche die Sonne mit eigenen Augen sehen durften – 89 % sind lebenslang eingekerkert. 77 % noch immer in Legebatterien … In der Schweiz sind die Verhältnisse fürs Geflügel sozusagen humaner; Die Tierquälerei in Legebatterien (Käfighaltung) ist in der Schweiz seit dem 01.01.1992 verboten. Sonst hätten uns Hühnerbrüstchen und Eier gestohlen werden können.
An sich wäre das Elend für die Mehrheit der geflügelten Tiere auch ohne Vogelgrippe gross genug gewesen. Aber da gab man noch einen drauf, erzeugte Massenhysterien, schlachtete, sperrte ein. Inzwischen weiss man, dass in solchen Fällen das grösste Risiko von einzelnen Wissenschaftlern, Beamten und hochpeitschenden Medien ausgeht, welch letzteren die Kunst des kritischen Hinterfragens abhanden gekommen zu sein scheint. Sie beziehen ihre ganze Weisheit von „Experten“. Der Starexperte und Leiter des WHO-Influenza-Programms in Genf, Klaus Stöhr, trat fast ununterbrochen in den CH-Medien auf und beschwor eine Vorstufe des Weltuntergangs: „Wenn dieses Virus sich verändert, haben wir nichts in der Hand, um den weltweiten Zug hinauszuzögern.“
Nun reden sich die Wissenschaftler damit heraus, dass sie nach dem damaligen Stand des Wissens gehandelt hätten. Sie wussten offensichtlich überhaupt nichts, taten aber so, alles im Griff zu haben. Muss man sich so etwas bieten lassen? Wer kommt denn für die Schäden und Umtriebe auf? Sicher nicht die Panikmacher.
Wird man wenigstens Konsequenzen aus solchen Giga-Flops ziehen? Wahrscheinlich nicht. Man wird sich wohl bloss im Herausreden perfektionieren.
Hinweis auf weitere Blogs zur Vogelgrippe
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