BLOG vom: 15.09.2010
Experimentelle Spiele, die Tierleid und Kosten verursachen
Autorin: Lislott Pfaff, Schriftstellerin Liestal BL/CH
Alzheimer sei in Mäusegehirnen kaum reproduzierbar, während die Nager bei einer Prionen-Infektion „zuverlässig“ nach rund 120 Tagen umkippen, erfuhr man vom Tier- und Hirnforscher Prof. Adriano Aguzzi. Seine Aussage unterstrich er in einer „Arena“-Sendung des Schweizer Fernsehens (SF1). Tierversuche seien aus der medizinischen Forschung nicht wegzudenken, sagte Aguzzi damals, am 16.10.2009.
Sind seine Versuche an „umkippenden“ Mäusen wirklich so zuverlässig? Neuere Untersuchungen zeigten, dass sich die Prionen je nach Tiergattung auf unterschiedliche Organe verteilen, sagte Prof. Otto Christian Straub, Veterinär an der Landesärztekammer Baden-Württemberg. So hätten Forscher im Blut von infizierten Mäusen Prionen nachgewiesen, im Blut von erkrankten Rindern hingegen nicht. Lymphknoten und Milz seien bei den infizierten Labormäusen von Prionen befallen gewesen, bei den BSE-Rindern hingegen nicht. Zudem sei das Rind 1000 Mal empfänglicher für den BSE-Erreger als die Maus. Demnach liessen sich die Ergebnisse von Experimenten mit einer Tiergattung nicht auf andere Spezies übertragen (Medizinverlag Thieme online 29.09.2008).
Trotzdem erhält Aguzzi vom Europäischen Forschungsrat 2,5 Millionen Euro für weitere 5 Jahre BSE-Forschung, wofür wiederum zahllose Labortiere leiden und sterben müssen, nur um Ergebnisse zu liefern, die sich nicht auf die an BSE erkrankten Rinder, geschweige denn auf den Menschen übertragen lassen. Ich finde, solche experimentelle Spielereien zum Rinderwahnsinn sind nichts als purer Wahnsinn.
Quelle: „Prionen-Ignorant will es wissen“, BZ 07.09.2010.
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