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BLOG vom 22.02.2008


Bahnreisen anno dazumal (I): Ohne Klo, Heizung und Licht
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
„Eine Eisenbahnreise ist wie eine Schachtel Pralinen; man weiss nie, was drin ist.“
(Forrest Gump)
*
„Die Eisenbahn ist für mich ein Symbol des Lebens: Man sitzt ruhig und bewegt sich doch schnell vorwärts.“
(Wolfgang Korruhn, deutscher Journalist)
*
„Eine Fahrt mit der Eisenbahn kann ich beim besten Willen nicht als Reise bezeichnen.
 Man wird ja lediglich von einem Ort zum anderen befördert
 und unterscheidet sich damit nur sehr wenig von einem Paket."
(John Ruskin, 1819–1900; engl. Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph)
*
In Abwandlung des Zitats von Matthias Claudius „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er etwas erzählen“ könnte ich sagen: Wer mit dem Zug fährt, der kann was erleben. Dies ist nicht nur heute so (siehe Blog vom 15.10.2005: „Bahnerlebnisse: Hunde, Handy, Bush und Red Bull“), sondern war im besonderen Masse früher der Fall. Oft fehlten in den Zügen der Anfangszeit Toiletten. Mancher Fahrgast sprang vom fahrenden Zug oder Lokführer und Heizer rauchten geduldig an einer Haltestelle ihre Zigaretten und es gab keine Heizung und Beleuchtung in den Zügen. Betrunkene Fahrgäste, die von der Plattform stürzten, wurden nach einem Stopp wieder eingesammelt. Manche behaupteten sogar, die Eisenbahn mache durch die „schnelle“ Bewegung krank. Ein anderer meinte sogar, die Eisenbahn sei vom Teufel erfunden worden und sie sei der „Antichrist“.
 
Im 1. Teil dieses Blogs berichte ich hauptsächlich über Erlebnisse mit dem „Todtnauerli“. Diese Ein-Meter-Schmalspurbahn verband zwischen 1889 und 1967 die Städte Zell mit Todtnau im oberen Wiesental (www.todtnauerli.de). Am 7. Juli 1889 fuhr der 1. Eisenbahnzug in den Bahnhof Todtnau ein. Ehrengast war damals der Grossherzog Friedrich I. von Baden.
 
Nach dem Abbau der Schienen wurde auf dem ehemaligen Bahndamm ein Wanderweg errichtet. Ich schritt vor einigen Jahren mit einem Wanderfreund die Strecke in 2 Etappen ab. So gingen wir im Winter auch durch den ehemaligen Eisenbahntunnel. An der Tunneldecke hingen dicke Eiszapfen herab. Wir mussten höllisch aufpassen, dass uns solch ein Zapfen nicht auf den Kopf donnerte. Einige der Eisgebilde lagen schon auf dem Boden. Aber wir durchquerten den Tunnel ohne Schwierigkeiten. Der Tunnel befindet sich übrigens bei Kastel nahe Fröhnd im Wühreloch (zwischen Zell und Schönau).
 
Knallkorken und Lausbuben
In frühen Zeiten waren Schmalspurbahnen auch in Baden „in“, wie man heute sagen würde. Wie sich ein alter Zeller Bewohner erinnert, benutzten an Wochenenden in der Skisaison etwa 1000 Basler das Todtnauerli. 2 Lokomotiven waren nötig, um die vielen Waggons über die Steigungen zu bringen. Lausbuben aus jener Zeit seiften die Schienen mit Schmierseife ein, damit die Räder durchdrehten und das Todtnauerli nicht vorwärts kam. Auch Steine und Pfennige liessen die Lausbuben plattwalzen. Besonders beliebt war bei der Jugend das Auflegen von Knallkorken und Knallplättchen. Lokführer und Heizer konnten sich daran nicht erfreuen, denn oft hörte man gewaltige Flüche, und so manches Kohlestück flog in den Hof des Farrenstalles, wo die Burschen standen und hämisch grinsten. Oft klammerten sich die Buben an der Hinterwand des letzten Waggons fest und fuhren bis zur Steigung kostenlos mit, dann sprangen sie wieder ab.
Quelle: „Weisch no? Menschen, Geschichten und Begebenheiten aus Zell im Wiesental“ von Hans Fräulin, Zell i. W. 1994.
 
Geliebtes Bähnle
Übers Todtnauerli gibt es eine ganze Reihe amüsanter Geschichten. Anneliese Wulff schrieb unter dem Titel „Mein geliebtes Bähnle“ in der „Badischen Zeitung“ Folgendes: „Langsam und gemütlich, wie ein echter Schwarzwälder, keuchte und prustete die Dampflokomotive die vielen Talwindungen hinauf Todtnau zu, dass ihr der Atem funkenstiebend aus dem Schornstein schoss: ,Jessis Gott, isch’s hyt schwer, schaff is woll...?’ Wir vernahmen’s an ihrem lustigen Gebimmel hinunterwärts: ,I hans g`schafft.’“
 
Er wollte nicht fahren
Eines Tages wartete am Schönauer Bahnhof ein Bauer aufs Todnauerli. Als der Zug anhielt, sah er keinen einzigen Fahrgast in den Waggons. Zum Schaffner gewandt, bemerkte er: „Wegen mir braucht`s nicht nach Todtnau fahren.“ ‒ „Macht nichts“, entgegnete der Schaffner und fuhr fort: „Wir haben ja noch einen Brief in Schlechtnau abzuliefern.“
 
Er feuerte und feuerte
Lokführer, Heizer und Schaffner hatten ihre liebe Not, Schneeverwehungen zu beseitigen oder störrische Kühe von den Schienen zu treiben oder manch morschen Ast abzuräumen. Es gab dann immer einen ausserplanmässigen Halt. Die Reisenden nahmen diese Zwischenfälle ohne Murren auf. Manchmal blieb das Gefährt auf freier Strecke stehen, weil der Heizer nicht genügend feuerte. Dann musste ein tüchtiges „Kohlen-Znüni“ herhalten, um den Zug in Fahrt zu bringen.
 
Auch während meiner Schulzeit hatte ich so meine Erlebnisse mit der Bahn. Ich befuhr von 1955 bis 1959 die Strecke Harburg nach Donauwörth in Bayern (ich besuchte zu jener Zeit die Mittelschule Hl. Kreuz in Donauwörth). In den Zügen gab es 3 Klassen; die 3. Klasse war mit Holzbänken bestückt. Die ersten Jahre wurden die Waggons von einer Dampflokomotive gezogen. Die Dampfloks russten gewaltig, so dass wir immer mit Russ befleckten Kleidern und mit anhaftenden „Wohlgerüchen“ in der Schule ankamen. Wir wurden deshalb so eingeräuchert, weil wir ab und zu ein Fenster öffneten und hinausschauten. Später wurden die Dampflokomotiven durch Diesel-Triebwagen ersetzt. Die Fahrt mit dem Triebwagen wurde ab und zu unterbrochen, wenn ein dicker Ast auf den Schienen lag oder sich eine störrische Kuh auf die Gleise verirrte. Der Triebwagenführer konnte jedes Mal sein langsam fahrendes Vehikel rechtzeitig anhalten.
 
Das stille Örtchen fehlte
Zurück zum Todtnauerli: Ein stilles Örtchen gab es in den Anfängen des Todtnauerlis nicht. Wer es eilig hatte, musste während eines Stopps in den nahe gelegenen Wald huschen oder hinter einen Busch verschwinden. Ab und zu verspürte auch der Schaffner einen Drang und tauchte unter. Es wurde dann tatsächlich so lange gewartet, bis die erleichterten Personen wieder auftauchten. Welch eine gemütliche Zeit!
 
Rauer Schaffner
Ein etwas rauer, aber gemütvoller Schaffner zeigte es einmal einem vorlauten Reisenden. Er war etwas spät dran, rannte auf den Zug zu und rief dem Schaffner „Fertig“ zu. Dieser plusterte sich auf, blickte finster drein und meinte: „Was isch fertig? Wer isch fertig? Wo isch fertig? Nix isch fertig! Wenn i sag, 's isch fertig, dann isch fertig!“ Er rückte seine Mütze zurecht, nahm im Zeitlupentempo die Pfeife in den Mund und trillerte zur Abfahrt.
 
Mann über Bord
Eines Tages warteten Zugführer und Heizer auf den Pfiff des Schaffners, aber kein Triller ertönte. Sie blickten nach hinten, sahen aber keinen Schaffner.
 
„Vielleicht musste er mal. Komm rauchen wir eine Zigarette“, sprach der Lokführer zum Heizer. Sie rauchten und warteten geduldig. Plötzlich kam der Schaffner angehumpelt.
 
„Ja, Guschtl, wo bist denn gewesen“, meinte der Heizer. Der Angesprochene entgegnete mit wehleidigem Gesicht: „Ihr habt gut lachen, mir ist´s vergangen. Ich bin am vereisten Trittbrett abgrutscht und hab´s Bähnle nur noch von hinten gesehen.“
 
Ein anderes Mal ertönte der Ruf „Mann über Bord“. In der Bähnlesprache hiess dies, dass einer „ussekheit“ sei. Ein junger Mann, der bei einer Buuremetzgete zu viel Schwynis gegessen und Hefeschnaps getrunken hatte, stellte sich, als sein Magen rebellierte, auf die Plattform und wartete der Dinge, die da kommen sollten. Nach einiger Zeit bemerkte der Schaffner, dass der Frieder, so hiess der Schwankende, nicht mehr auf der Plattform war. Er stoppte den Zug und liess diesen ein Stück des Weges zurückfahren. „Die Expedition war ein Erfolg. Mit blutigen Schrammen zwar aber was macht das einem harten Wälderschädel schon aus wurde der Frieder etwas später seinem lieben Fraueli zur weiteren Behandlung abgeliefert.“
 
Sie sprang zu spät ab
Die Halbwüchsigen machten sich einen Sport daraus, während der Fahrt abzuspringen. Das war eine Mutprobe. Meistens trugen die Waghalsigen kaum Blessuren davon. Der Zug fuhr ja oft im Schneckentempo. Auch die junge Anneliese wollte nach einem Kinobesuch in Todtnau abkürzen und nicht von der Haltestelle zurücklaufen. Ihre Brüder waren schon ins Freie gesprungen. Sie hechtete hinaus, jedoch etwas zu spät und landete in einem Brennnesselfeld. Sie sah bald darauf aus, als hätte sie die Nacht in einem Ameisenhaufen verbracht. Der Spott ihrer Brüder war ihr dann gewiss.
Quelle: „Mein geliebtes Bähnle“ und mündliche Mitteilung von Anneliese Wulff aus Schönau.
 
Erste Zugfahrt der Bogerin
In den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts wollte eine Butterfrau namens Boger aus Stetten zur Taufe eines Enkelkindes nach Stuttgart. Der Sohn ermunterte die Mutter, die Fahrt mit der Eisenbahn zu unternehmen. Von dieser Fahrt berichtet Anna Schieber dies: „... Kaum hatte der Zug in Cannstatt den Bahnhof verlassen und die Brücke über den Neckar, so fuhr er mit einem überlauten, ja höllischen Pfiff in ein dunkles Loch hinein. Schaurig widerhallte an engen Wänden das Rollen der Räder, und dicker Rauch drang zu den nicht verschlossenen Fenstern in den Wagen ein; ein Qualm, der nicht anders zu deuten war samt allem anderen, als dass es eiligen Laufes in die Hölle ging mit der Bogerin (...). Da überfiel aufs neue die Angst das ungehorsame Weib, und es kniete in der Dunkelheit nieder auf den zitternden Boden des Wagens, dachte nicht an die Mitfahrenden und rief laut zu Gott, er solle nicht ihrer Sünden gedenken, sondern sie noch einmal entlassen, sie wolle auch nun nimmermehr solche Übertretung tun und ihrer Lebtage nicht wieder in der Eisenbahn fahren, wenn er ihr nur noch diesmal heraushelfe ... Ein dicker Händler aber, der auch im Wagen war, schlug ihr kräftig auf die Schulter: ,Auf, Weib, und seid getrost. Es geht nicht in die Hölle, im Mindesten nicht, sondern wir sind gleich in Stuttgart.’“
Quelle: “Über die Anfänge der Industrie in Baden und Württemberg“ von Günter Arns, DRW-Verlag, Stuttgart 1986.
 
Bahnhof ohne Klo
Schon vor Eröffnung des neuen Bahnhofs in Durlach (09.12.1911) beklagte sich ein Leser im Durlacher Lokalblatt über die fehlenden sanitären Einrichtungen: „Dass bis zur Regelung der Bahnhofverhältnisse die Passagiere der elektrischen Bahn sich provisorisch als Warteraum mit einer primitiven Wellblechhütte begnügen müssen, ist nach Lage der Verhältnisse zu entschuldigen; jedoch wird das Fehlen eines Aborts sehr oft unangenehm empfunden, nicht allein von den Reisenden, sondern auch wie es scheint, vom bedienenden Personal selbst, das häufig sich hinter die Hütte flüchtet und von der Nachbarschaft sowie den Passanten der Zufahrtsstrasse zum neuen Bahnhof beobachtet, Verrichtungen erfüllen muss, welche gewöhnlich im geschlossenen Raum erfüllt werden.“
Quelle: „Aus den Anfängen des Strassenbahnverkehrs Karlsruhe-Durlach“ von Engelbert Strobel, Badische Heimat, 62.Jahrg., Heft 1, 1982.
 
Vor über 160 Jahren
1845 begann das Eisenbahnzeitalter in Württemberg. Von Cannstatt aus fuhren zunächst an Sonntagen 2 Züge und das viermal am Tag. Die Waggons, zwei dritter, je einer zweiter und erster Klasse, wurden von Loks gezogen, die Neckar und Fils hiessen und mit Holz beheizt wurden. Die Reisenden mussten für die Klassen 4, 6 und 12 Kreuzer bezahlen. Für die Erheiterung der Gäste sorgte in jedem Zug eine Musikkapelle.
Quelle: „Das ist mein Land“ von August Lämmle, Stieglitz-Verlag, E. Händle, Mühlacker,1976.
 
Gasbeleuchtung im Offenburger Bahnhof
Wilhelm Fladt aus Freiburg verdanken wir folgende Episode: „Als man 1845 die Eisenbahn zwischen Freiburg und Offenburg eröffnete, da sorgte man natürlich auch für die nächtliche Beleuchtung der Bahnstrecke. Es mutet uns heute recht sonderbar an, wenn wir hören, dass das durch Pechkränze geschah, die in eisernen Ständern brannten. Die Kosten für eine solche Beleuchtung waren natürlich nicht gering, denn wir erfahren, dass die Belichtung des Eisenbahndamms zwischen Freiburg und Zähringen auf 25 Gulden (wöchentlich?) zu stehen kam. – Da stellte nun der Freiburger Blechnermeister Alois Merzweiler Gaslampen her, mit welchen die Beleuchtung derselben Strecke auf nur 3 Gulden zu stehen kam. Weil aber auch damals der Prophet in seinem Vaterland nichts galt, so gelang es Merzweiler nicht, seine Neuerung im Eisenbahnbetrieb seiner Heimatstadt durchzusetzen, wohl aber durfte er im Dezember 1845 seine Gasbeleuchtung im Offenburger Bahnhof durchführen. Als Beleuchtungskörper verwendete er teils Balkon- teils Strassenlaternen, deren weisses angenehmes Licht die Zeitgenossen begeisterte. Die Leistung der neuen Beleuchtungsart und ihre Billigkeit gegenüber der bisherigen waren so überzeugend, dass Merzweiler den Auftrag erhielt, auch die Bahnhöfe Appenweier und Kehl entsprechend auszurüsten. – Natürlich erhob sich nach solchen Erfolgen sofort der Ruf, das neuartige Licht auch der Strassenbeleuchtung nutzbar zu machen. Allein in Freiburg selber, der Heimatstadt Merzweiler, dauerte es noch 5 Jahre, bis am 15. Dezember 1850 die ersten Strassenlaternen ihr Gaslicht hatten.“
Quelle: „Wie der Offenburger Bahnhof zu Gaslaternen kam“ von Wilhelm Fladt, „Mein Heimatland“, 23. Jahrgang, 1936.
 
Keine Heizung und Beleuchtung
In den ersten Jahren nach Eröffnung verschiedener Bahnlinien gab es in den Zügen keine Beleuchtung und Heizung. Die Züge fuhren nur am Tag. Später wurden in den besseren Wagenklassen Talglichter oder offene Öllampen aufgehängt. Wer im Winter mit dem Zug unterwegs war, nahm vorsorglich einen heissen Kirschensteinsack zum Wärmen mit. Die erste Wagenheizung bestand aus mit heissem Sand gefüllten Kästen, die unter die Sitze geschoben wurden. Auch die übrigen Einrichtungen liessen zu wünschen übrig. Am 29. April 1853 schrieb ein Mannheimer Journalist im „Mannheimer Journal“: „Da auch die schlechtesten Omnibusse und Pferdekutschen heutzutag über Glasfenster verfügen, so wären diese auch für unsere Eisenbahnen geboten anstatt der wenig schützenden Ledervorhänge.“
 
Ab 1860 wurden in den Waggons Kanonenöfen, die vom Kondukteur oder von Fahrgästen mit Brennstoff versorgt wurden, aufgestellt.
 
Es gab 3 Klassen, die 1. und 2. Klasse und die 3. Klasse, die „Holzklasse“. Die Wagen besassen 2 Einstiegstüren für jedes Abteil. Es gab keine Verbindung im Wageninneren. Aussen befanden sich Laufbretter, auf denen der Schaffner herumturnte und so von Abteil zu Abteil gelangte und die Fahrkarten kontrollierte.
 
Streckenführung nicht über ausländischem Gebiet
Als über die Bahnlinie Schiltach–Schramberg diskutiert wurde, entschlossen sich die verantwortlichen Badener nicht für die kürzere und unkompliziertere, sondern für die längere Strecke. Grund der Ablehnung war, dass die billigere Variante durch württembergisches, also ausländisches Gebiet, führte. Ausserdem war die württembergische Stadt Schramberg Sitz einer blühenden Uhrenindustrie, und die Badener waren der Meinung, dies bedeute für die badische Wirtschaft zu viel Konkurrenz. „Lieber gar keine Schwarzwaldbahn als eine über Württemberg“, so war die Meinung der Industriegemeinden auf badischer Seite, und Verantwortliche aus St. Georgen äusserten: „Landbewohner verdienen doch gewiss dem Ausländer gegenüber eine Berücksichtigung.“ Sie hatten Angst, württembergische Städte würden die badischen überflügeln und dies müsse die badische Regierung in Karlsruhe doch verstehen. Die Regierung verstand und liess die Strecke anders bauen (Hornberg, Triberg, Schramberg, Villingen).
Quelle der letzten beiden Episoden: „Die Schwarzwaldbahn“ von Klaus Scherff, transpress Verlag 2001.
 
Krank durch die Eisenbahn?
Bevor die ersten Eisenbahnen gebaut wurden, warnten Mediziner vor den schädlichen Auswirkungen. Ein Gutachten besagte Folgendes: „Die schnelle Bewegung erzeugt bei den Passagieren unfehlbar eine Gehirnkrankheit, jedenfalls sollten die Zuschauer, wenn schon sich die Eisenbahnlustigen in Gefahr begeben wollen, geschützt werden, indem die Bahnlinie mit einem hohen Bretterzaun umgeben werden müsse, da der blosse Anblick des rasch dahinfahrenden Zuges dieselbe Krankheit wie bei den Fahrenden erzeuge.“
Quelle: „Unser Stuttgart“ von Wilhelm Seytter, Max Kielmann Verlag, Stuttgart 1903.
 
Fortsetzung folgt.
 
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