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BLOG vom 04.09.2009


Das Reka-Freibad Albanago: Ideal für alle Generationen
Autorin: Rita Lorenzetti, Zürich-Altstetten
 
Nach der Heimkehr, wieder in Paris, haben Mutter und Töchter über die Ferien nachgedacht. „Was war das Schönste?" wollte die Mutter wissen. Mena habe viele glückliche Momente aufgezählt. Das „absolut top super liebste Erlebnis“ sei aber das gemeinsame Schwimmen im Freibad gewesen, als sich die ganze Familie, also 3 Generationen, im Wasser tummelte und vor allem auch, weil ihre geliebte Khale (Tante) auch dabei war.
 
Nachdem meine persönliche Schwimmunterricht-Geschichte im zweiten Albonago-Blog bereits erzählt worden ist, knüpfe ich nun dort an, wo ich mich beklagte, man hätte früher nichts getan, um den Schülern das Vertrauen ins Wasser zu vermitteln.
 
In Albonago (Tessin) organisierte der Schwiegersohn für seine 7-jährige Mena Taucherbrille und Schnorchel und zeigte ihr, wie sie unter Wasser vorwärts kommen kann. Selber ein lustvoller Schwimmer, gelang ihm auf Anhieb, die Angst vor dem Absinken zu vertreiben und das Wasser als Spielplatz erfahrbar zu machen. Ein Glücksfall. Sie begriff sofort, schwamm nun unermüdlich Längen um Längen. Eins mit sich selber und eins mit dem Wasser. Wir applaudierten. Sie hörte kaum hin, wusste nun selber, was sie vollbracht hatte. Ich freute mich für sie. Solche Momente stärken das Selbstbewusstsein. Schön, dass die Familie den Rahmen bilden durfte, in dem sie aufgehoben war.
 
Noras Lieblingsplatz war anfänglich das Bassin für die Kleinkinder. Da sprang sie hinein, als ob das ein Trampolin sei. Ebenfalls unersättlich. Voller Lebensfreude. Später nahm ich sie auf die Treppenstufen ins grosse Bassin mit, die nach und nach ins tiefe Wasser führen. Langsam stieg sie an meiner Hand von Absatz zu Absatz, bis ihr das Wasser am Hals stand. „Tüüf, tüüf!“ (tief, tief!) rief sie glückselig, während Mena und Bappa um die Wette schwammen. Bappa spielte Krokodil, tauchte unter, schwamm vor oder hinter der Tochter her, zielte zu Nora, rief, das Krokodil komme und löste erschrocken-belustigte Schreie aus.
 
Später wurde Nora von Mama im grossen Bassin spazieren geführt. Sie hing im aufgeblasenen Schwimmring und schaute, wie Mena und Bappa unter Wasser verschwanden und wieder auftauchten. Zur gleichen Zeit begann jemand von der Familie, den Wasserball ins Spiel zu bringen. Das elektrisierte sie. Sie wollte ihn fangen, ihm nachspringen und war doch im Wasser. Intuitiv begannen ihre Füsse zu paddeln. Mama spürte, was da vorging und liess die Kleine, die jetzt komfortabel in der aufgeblasenen Schwimmhilfe lag, sachte los, ohne sie aus den Augen zu verlieren. Und plötzlich merkten wir, dass sie „erlickt“ (entdeckt, erfasst) hatte, wie man schwimmt.
 
Als wir Ende Juli Noras Geburtstag feierten, gab es unter den Geschenken einen ungewöhnlichen Spielball mit einem Gruseleffekt, der vom schlabbernden Material (eine Art Slime, vermutlich ein Silikonprodukt) ausging. Der rosafarbene Ball war ein Kopf, Haare flatterten, wenn man ihn bewegte, und ein freundliches Gesicht machte ihn sympathisch. Nora war zuerst erschrocken. So etwas hatte sie noch nie gesehen, erkannte aber sofort, dass hier etwas Lustiges aufgetaucht war. Sie sagte mehrmals hintereinander vor sich her: „Pas peur! pas peur!“ (Keine Angst, keine Angst!).
 
Faszinierend zu erleben, wie sie die Angst erkannte und ihr Paroli bot. Dieser Schlabberball war für die 3-Jährige hochinteressant. Sie wollte ihn haben, darum wies sie die Angst zurück.
 
Ähnlich geschah es im Wasser. Sie vergass ihre Unsicherheit, als sich das Interesse am grossen Wasserball meldete. Auch ihn wollte sie haben, berühren, fortwerfen, wie sie es gesehen hatte. Und vergass dabei die vorherige Unsicherheit.
 
Diese Beobachtung freute vielleicht mich am meisten. Es war ein Entwicklungsschritt, den ich in Zeitlupe verfolgen durfte. Sich vergessen und vorher noch Angst zurückweisen, scheint ein Erfolgsrezept zu sein. Hätte ich diese Einsicht schon vor rund 60 Jahren gehabt, wäre ich vielleicht eine gute Schwimmerin geworden.
 
Angaben zum Schwimmbad in Albanago: Es ist 9 x 22 m gross und steht für alle Reka-Gäste von Mai bis Oktober täglich von 8 Uhr bis 22 offen.
 
Erwachsene können an der tiefsten Stelle – das Wasser am Hals – noch stehen. Ideal für Jung und Alt. Wir waren nicht die einzigen Grosseltern.
 
Wir schätzten dieses Bad auch, weil es sich innerhalb des Reka-Dorfs befindet, also keinen weiten Anmarschweg verlangt. Viele Familien erfrischten sich nach Ausflügen am Abend noch mit einem wohltemperierten Bad. Auch wir.
 
In diesem Reka-Dorf stehen auch Minigolf/Tischtennis/Streetball/Tischfussball und eine Bocciabahn zur Verfügung.
 
Und es ist ein Ort mit südlichem Lebensgefühl. In vielen Farben blühte gerade der Oleander. Zur Silhouette dieses Feriendorfes gehören Palmen, Zypressen, Pinien und Feigenbäume. Hier ist der Himmel offen und weit zu erfahren. Der Blick über Lugano. Abgehoben waren wir, wie das zu Ferien gehört.
 
Reka Albonago ist übrigens vom Schweizer Tourismusverband mit dem Gütesiegel ausgezeichnet worden. Dieses wird ausschliesslich an Betriebe vergeben, die besonders hohe Qualitätsanforderungen erfüllen.
 
Und zum Schluss verrate ich noch, was Nora antwortete, als auch sie nach dem schönsten Ferienerlebnis gefragt wurde. Sie habe keinen Moment gezögert und sofort gerufen: „Spaghetti!“
 
Ja, im Gasthaus „Miralago“ in Gandria fütterte sie der Grossvater mit Spaghetti con vongole.
 
Nora ist eine Geniesserin. Ihr Denken kreist in erster Linie ums Essen. Es gibt immer wieder lustige Episoden zu diesem Thema mit ihr.
 
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