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BLOG vom 26.02.2013


Erheiterndes zum Papstrücktritt, zu religiösem Lachen usw.
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
 
Als wir kürzlich über den Dinkelberg wanderten, wehte uns ein eiskalter Wind um die Ohren. Ein Mitwanderer hatte keine Mütze dabei. Er borgte sich einen Schal von einem Kollegen und bedeckte damit sein Haupt wie mit einem Kopftuch. Nun witzelten wir und stellten fest, er würde jetzt als Türke oder Türkin durchgehen. Er erhielt die Namen Salome und Achmed. Als eine Frau mit einem Hund vorbei ging, sagte der humorvoll Kopfbetuchte zu uns: „Bei uns in der Türkei ist es viel wärmer!“ An diesem Tag lagen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die gefühlte Temperatur lag noch tiefer. Als wir dann durch Schopfheim-Wiechs D schritten, nahm der Wanderer das Kopftuch ab. Er wollte nicht als Türke erscheinen. Ich schlug vor, wir alle könnten doch einmal mit einem Kopftuch herumlaufen. Dann würden die Bewohner denken, wir seien eine türkische Wandergruppe. Eine solche habe ich in Deutschland jedenfalls noch nicht gesehen.
 
Im Supermarkt kaufe ich regelmässig Futter für unsere betagte Katze ein. Auch andere Tierliebhaber stehen hier am Regal für Tierfutter und suchen das Beste für ihre Katze aus. Als ein vielleicht 75-Jähriger suchte und suchte, kamen wir ins Gespräch. Ich sagte ihm, unsere Katze sei sehr wählerisch punkto Fressen. Sie bevorzuge nur das Beste. Er berichtete von gleichartigen Erfahrungen und meinte: „Unsere Katze bekommt, was ihr schmeckt. Bei mir selber ist es anders. Ich muss essen, was auf den Tisch kommt.“
 
Unsere Katze ist ziemlich schlau. Kaum bin ich in der Küche, kommt sie angerannt, denn sie weiss, dass ich ihr das Futter vorbereite. Sie kommt aber auch, wenn ich nicht an ihr Futter denke und andere Tätigkeiten verrichte. Paula sagte: „Die Katze hat Dich gut erzogen.“ Die Katze ist, wie viele Zweibeiner, ein Gewohnheitstier.
 
Kurioses zum Papstrücktritt
Nach der Ankündigung zum Papstrücktritt erschien eine amüsante Karikatur von Haitzinger: Gott schaut über einer Wolke auf die Erde und sieht die Grausamkeiten der Menschen, das Tohuwabohu im Vatikan und den zurücktretenden Papst. Gott sagt: „Ich überlege, ob ich nicht auch zurücktreten sollte.“ Ich würde mich auch abwenden und eine andere Erde mit friedlicheren Bewohnern suchen!
 
Einige Tage nach der Ankündigung des Papstrücktritts sandte mir ein Bekannter eine E-Mail mit dem Anhang „Neuer Papst“ zu. Ich öffnete den Anhang und musste schallend lachen. Zu sehen war Silvio Berlusconi in Papstkleidern. Der berühmt-berüchtigte Politiker, der bei den Wahlen soeben überraschend gut abschnitt, grinste und hielt die rechte Hand siegesgewiss in die Höhe. Walter Hess schrieb mir, er würde diese kuriose, EU-kritische Mumie sofort wählen, wenn er der Kurie angehören würde (was Gott verhüten möge!), aber die Italiener bräuchten Berlusconi dringender als Politclown, um endlich die Steuerlasten los zu werden ... die sie ohnehin nicht bezahlen mögen.
 
Rolf P. Hess tat seine Meinung in einem Wort ebenfalls kund. Er schrieb „Perfekt!“
 
Leider kann Berlusconi nicht als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt werden, weil er kein Kardinal ist. Er würde wohl die vatikanischen Kirchengesetze ausser Kraft setzen. Seine sexuellen Eskapaden würden ja nicht schlecht zum traditionellen Geschehen innerhalb des Katholizismus passen. So ist gerade der ranghöchste britische Katholik ist zurückgetreten: Kardinal Keith Michael Patrick O’Brien legte sein Amt als Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh nieder. Als ehemaliger Priesterseminarleiter soll er sich in den 1980er-Jahren gegenüber jungen Priestern unangemessen verhalten haben ...
 
Fit, auch ohne Kraut!
Rolf P. Hess sandte mir einen Anhang zu einer E-Mail vom 15.02.2013. Darauf war ein Foto mit der Königin Elisabeth II. (86) und ihrem Prinzgemahl Philip (91) zu sehen. Sie lachten auf dem Bild herzlich, sahen für ihr Alter fit und jung aus. Die Inschrift hatte es in sich (Rolf hielt fest, dass die Deutschen in England nicht den besten Ruf geniessen): „Did you hear Philip, the Pope ist resigning because hes tired at 85 … Typical Lazy Kraut.“
 
Übersetzung von Rolf: „Philip, hast Du gehört, der Papst zieht sich zurück, weil er mit 85 Jahren bereits müde ist – Hahaha. Typisch faules ‚Kraut’.“ Mit „Kraut“ ist das vergorene Sauerkraut gemeint. Ich schrieb Rolf: Philip und die Königin sehen noch sehr fit aus – und das sogar ohne Sauerkraut!
 
Die englischen Seefahrer nahmen im 17./18. Jahrhundert übrigens auf ihren Reisen Sauerkraut, Orangen und Zitronen mit, um den Skorbut zu verhindern. Der österreichische Militärarzt Johannes Georg Heinrich Kramer und der englische Schiffsarzt James Lind entdeckten damit das fieberhaft gesuchte „Heilmittel“ gegen Skorbut. Auch heute noch ist das Sauerkraut ein Gesundbrunnen. Es stärkt die Abwehrkraft und wirkt hervorragend gegen Verstopfung. Es müsste geklärt werden, ob die Engländer unter Verstopfung leiden, wenn sie Kraut ablehnen.
 
Kurioser Altarschmuck
Kaum zu glauben, dass ein Altar in einer Kirche auch mit Titelseiten der „Bild-Zeitung“ geschmückt wurde. Der Vorfall ereignete sich in der bayerisch-schwäbischen Wallfahrtskirche Maria Vesperbild in Ziemetshausen (Bayern). Nach dem Papstrücktritt wurden 2 Titelseiten eingerahmt und in einem Seitenaltar platziert. Ein Zeitungsausschnitt stammte aus der Zeit der Wahl zum Papst am 20.04.2005 und der andere war aktueller Natur (Rücktrittsankündigung). Die Schlagzeilen lauteten „Wir sind Papst“ und „Keine Kraft mehr“. Inzwischen wissen wir, dass auch ganz andere, Vatikan-interne Gründe zum Rücktritt führten, wie die Zeitung „La Repubblica“ aufgrund von Vatileak- bzw. Wikileak-Dokumenten kund tat: Homosexualität, Machtgerangel und Geld (Finanzmanipulationen) – Verstösse gegen das 6. (sexte) und 7. Gebot.
 
In der erwähnten Kirche ist der Wortlaut der Rücktrittserklärung von Papst Benedikt XVI. zu Füssen der Madonna angebracht. Es sind auch einige Vatikanfähnchen am Altar zu sehen. Die Erklärung der Verantwortlichen: Die Bild-Komposition soll veranschaulichen, „wie sich Trauer und Bestürzung, Bewunderung, Gottvertrauen und Zuversicht verbinden.“
 
Wer Lust hat, kann sich den „Papstaltar“ im Internet unter www.maria-vesperbild.de anschauen. Das erspart den Pilgern viel Aufwand.
 
Pferdefleischskandal: Wiehernde Lasagne
Haitzinger nahm auch den Pferdefleischskandal (Pferdefleisch wurde u. a. in Lasagne-Zubereitungen entdeckt) auf die humoristische Schippe: In einer Wirtschaft sitzt ein Gast und beginnt eine Lasagne zu verspeisen. Zur herannahenden Kellnerin sagte er: „Meine Lasagne wiehert.“
 
Die Kellnerin: „Sans doch froh, dass ihre Lasagne nicht bellt oder miaut.“
 
Am 23.02.2013 sah ich eine Folge der ZDF-Kabarett-Sendung „heute-show“. Darin kam in einem Filmausschnitt ein Regierungsbeamter zu Wort. Er gab etwas zur Deklarationspflicht der Hersteller bekannt. Er versprach sich jedoch und erntete einen Lacherfolg. Er sage mit ernster Miene: „Wenn Rindfleisch drauf steht, muss Pferdefleisch drin sein.“
 
Ein höchst informativer Report zum Pferdefleischskandal:
 
Unter www.spiegel.de/spam/ war unter der Schlagzeile „Ein Schild sagt mehr als 1000 Worte..." eine Abbildung zu sehen. An der Rückseite eines Lastkraftwagens prangte die Aufschrift „Sportpferde“, darunter war eine Werbung für McDonald’s angebracht. Ich weiss nicht, ob sich Pferde und McDonald’s vertragen.
 
Lachen in der Kirche
In der Reihe „Erlösendes Lachen“ wurde kürzlich in der evangelischen Kirche in Kandern (Kreis Lörrach D) eine Fasnachtspredigt mit Witz und Tiefgang durch die Kirchenkabarettistin Kerstin Schäfer gehalten. Ehrlich gesagt, ich wusste nicht, dass es eine Kirchenkabarettistin gibt und dass man in Kirchen lachen darf. Auch die Heiligen auf Bildern schauen trostlos, himmeltraurig aus ihren Gewändern.
 
Die Kirchgemeinde wollte herausfinden, ob der christliche Glaube auch humorvolle Züge trage. In ihrer Predigt brachte die Kabarettistin die Geschichte mit einem „blinden“ Passagier zu Gehör: Auf Geheiss des Kapitäns warfen 2 Matrosen den Passagier über Bord. Anschliessend fragten sie sich, was mit dem Blindenhund zu tun sei. Ihr Fazit: „Man kann auf ganz verschiedene Arten mit Blindheit schwer geschlagen sein!“
 
Die Besucher waren zunächst etwas irritiert. Mit Wortwitz und Hintersinn verstand es die Vortragende, das Gesamtauditorium in ihren Bann zu ziehen. Am Schluss gab es dann vehementen Applaus. Pfarrer Matthias Weber, Initiator der Veranstaltungsreihe, meinte, der Humor habe in der Kirche ein begründetes „Heimatrecht“. Ja, nur: Wo ist er geblieben?
 
Weitere Predigten sollen folgen, beispielsweise „Und Sara lachte“ (21.04.2013) oder „Jesus und Paulus als Erfinder des Humors“ (11.05.2013) und der Vortrag „Klinik-Clowns“ (16.06.2013).
(Quelle: „Badische Zeitung“ vom 20.02.2013, Bericht von Reinhard Cremer).
 
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir früher in katholischen Kirchen in Bayern nichts Humorvolles beobachtet hatten. Lachen war sogar verboten! Wer lachte, wurde von einem Lehrer, der Kinder und Jugendliche immer während der Messe scharf beobachtete, mit einer Kopfnuss oder Ohrfeige „belohnt“. Bei einer Fronleichnamsprozession in Buchdorf (Kreis Donauwörth, Bayern) unterhielt ich mich mit einem Schulfreund. Ich musste über eine Bemerkung lachen. Der in der Nähe mitlaufende Klassenlehrer hörte mein Gelächter, sauste heran und gab mir eine Ohrfeige, dass ich mich überschlug und im Gras landete. Der Lehrer und auch andere Leute des Ortes legten eine Frömmigkeit an den Tag, dass man sich nur wundern musste. Aber Kinder wurden in der Schule und auch in der Kirche mit Schlägen bedacht. Die wenig toleranten Eltern meinten, man habe dies verdient.
 
Abnehmen mit der schlauen Gabel
Ich kenne Leute, die verzweifelt mit allerlei Diäten abnehmen wollen. Nach den Kuren müssen sie feststellen, dass sich die abgehungerten Pfunde bald wieder in Form einer Körperfülle zeigten. Manche sind der Ansicht, man solle doch jeden Bissen 20- bis 30-mal kauen, dann sei man schneller satt. Zählen ist jetzt nicht mehr notwendig. Es gibt ein High-Tech-Gerät in Form einer Gabel. Die Gabel des französischen Unternehmens „Slow-control“ ist unbestechlich. Jeder Bissen wird registriert. Wer das Essen herunterschlingt und nicht genügend kaut, erlebt sein „blaues“ Wunder. Die Gabel vibriert und blinkt. In einer Wirtschaft könnte man die schlaue Gabel nicht einsetzten, vielleicht zu Hause (Infos unter www.hapilabs.com).
 
Man muss sich nur wundern, was für Erfindungen auf den Markt kommen.
 
Schwertkämpfer gesucht
Unser Wanderfreund Heinz von Steinen erzählte neulich diesen Witz: Der japanische Kaiser suchte einen sehr guten Schwertkämpfer. Es meldeten sich ein Mohammedaner, ein Christ und ein Jude. Die Bewerber sollten eine Fliege in der Luft mit dem Schwert teilen.
 
Der Mohammedaner trifft die Fliege mit einem Schlag und teilt sie. Der Christ schwingt das Schwert und viertelt die Fliege. Der Christ fühlte sich schon als Sieger. Dann kommt der Jude an die Reihe. Er schwingt das Schwert, aber das Insekt fliegt davon. „Ich bin Sieger“, ruft der Jude. Die anderen glauben ihm nicht und sagen, er habe die Fliege ja nicht getroffen. Der Jude entgegnet: „Schaut nach, die Fliege ist beschnitten.“  Ganz klar, der flinke, im Umgang mit dem Schwert geübte Beschneider bekam den Kampfjob.
 
 
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